Rheinberg Meilensteine fürs Lesen mit Känguru Karl

Rheinberg · Die Stadtbücherei beteiligt sich am bundesweiten Programm "Lesestart". Einmal im Monat wird Dreijährigen vorgelesen.

Die ersten eigenen Schritte, der erste Kindergartentag, die ersten geschriebenen Worte - diese Meilensteine in der Entwicklung eines Kindes bleiben Eltern in lebhafter Erinnerung", sagt Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Aus diesem Grund hat ihr Ministerium das Programm "Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen" ins Leben gerufen. Kinder ab drei Jahre bekommen von den teilnehmenden Kinderärzten und Bibliotheken eine gelbe Tasche, das sogenannte Lesestart-Set. Darin enthalten sind neben einem Bilderbuch mit Texten auch Broschüren mit Alltagstipps rund ums Vorlesen, verfasst in mehreren Sprachen.

"Lesen und Vorlesen in jungen Jahren erhöhen die Bildungschance. Dabei ist es wichtig, das regelmäßig zu machen. Einmal vorlesen und der Funke springt über, das funktioniert nicht", berichtet Gabriele Gratz-Stötzer. Für die Leiterin der Rheinberger Stadtbibliothek war es daher eine Selbstverständlichkeit, an dem Programm teilzunehmen. Einmal im Monat sind Kinder ab drei Jahren eingeladen, sich lustige Geschichten vorlesen zu lassen und im Anschluss gemeinsam zu basteln oder malen. Angekündigt werden die Geschichten vom Känguru Karl, das Gabriele Gratz-Stötzer mit ihrer Kollegin Elisabeth Horsky geschneidert hat. Wenn Karl aus der Kiste kommt, geht's los.

Diesmal war es Lukas Neumann, der Karl aus dem schmucken Pappkarton nahm und über ihn 15 neugierige Kindern begrüßte. Neumann, der zurzeit in der Rheinberger Bibliothek sein Bundesfreiwilligenjahr absolviert, hatte sich "Der kleine Wassermann" von Otfried Preussler ausgesucht. "Ich kenne das Buch aus meiner eigenen Kindheit, habe es immer wieder gerne gelesen", erklärt der 19-jährige seine Entscheidung.

Den Kindern gefällt das, sie kleben an seinen Lippen und bestaunen die Bilder, die er ihnen zwischendurch zeigt. Viele Altergenossen kennen das nicht mehr. "Die Oma von heute ist berufstätig oder viel unterwegs", sagt Gabriele Gratz-Stötzer. Das müsse nicht so sein, meint Maria Ann Dahmen, die mit ihren Enkeln Antonia und Florentin gekommen ist. "Ich habe immer schon gerne selber gelesen und finde es wichtig, den Kindern den Geschmack daran zu vermitteln." Und wenn der Tag - wie soft - nicht genügend Zeit bietet, bleibt immer noch der Klassiker: "Bei uns gibt es noch die gute alte Gute-Nacht-Geschichte", sagt die Rheinbergerin.

Für den Anfang reicht ein Besuch in der Stadtbibliothek Rheinberg. "Alle Eltern von Dreijährigen können gerne zu uns kommen und sich das kostenlose Lesestart-Set abholen", betont Gabriele Gratz-Stötzer.

(erko)