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Rheinberg: Mehr Flüchtlinge in den Grünflächen

Rheinberg : Mehr Flüchtlinge in den Grünflächen

Integration durch Beschäftigung: Das Projekt beim DLB soll neu belebt werden. Auch Hartz-IV-Empfänger dürfen künftig daran teilnehmen.

Dunkelhäutige Männer in neongelben Anzügen sind gern gesehen in den Straßen der Stadt. Sie gehören zum Spezialtrupp des Dienstleistungsbetriebes (DLB), der vor einem Jahr angetreten war, die städtischen Grünflächen in einen tadellosen Zustand zu versetzen und zugleich durch sinnvolle Beschäftigung die Integration von Asylbewerbern aus aller Welt ein gutes Stück voranzutreiben. Doch was vielversprechend begonnen hatte, dröppelte nur noch so vor sich hin. Zuletzt zogen nur noch vier Leute den knalligen Overall an. Nun aber soll das viel beachtete Projekt neu belebt werden.

Dezernentin Rosemarie Kaltenbach berichte im Betriebsausschuss über die Ergebnisse ihrer Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter. Während die bisherige Art der Integration bei der Arbeitsagentur nicht unbedingt mehr favorisiertes Projekt sei, so Kaltenbach, habe das Jobcenter großes Interesse gezeigt, die Stadt auf dem Gebiet zu unterstützen. So sollen künftig nicht mehr nur Asylbewerber in den Trupp aufgenommen werden können, sondern auch solche, die anerkannt sind.

Außerdem kämen auch die für den Job zur Pflege der Grünflächen infrage, die schon mal zur leuchtenden Truppe gehörten und nach einem halben Jahr ausgeschieden waren. Und: Das Projekt im Duett mit dem Jobcenter ist nicht auf Flüchtlinge beschränkt. Auch Hartz-IV-Empfänger mit deutschen Pass stehe der Job beim DLB offen, so Kaltenbach. Das "gute Ergebnis" gebe Anlass zur Hoffnung, dass die Zahl der Teilnehmer wieder deutlich ansteigt.

Auch die Stadt profitiere von der neuen Abmachung - nicht nur durch ein besseres Stadtbild, sondern auch finanziell. Denn die Mittel für Teamleiter, der den Nationen-Mix anleite, würden höher ausfallen als bisher. So schlug Kaltenbach vor, umgehend den Antrag für das verbesserte Integrationsprojektes zu stellen - das sei weiter sinnvoll, obwohl der Stadt Rheinberg nicht zuletzt durch die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) keine Flüchtlinge mehr zugewiesen werden. DLB-Leiter Holger Beck sagte auf Nachfrage von der Politik, dass es aufgrund der jahrelangen Erfahrung mit Sozialkräften im Arbeitsalltag keine nennenswerten Probleme mit der Spezial-Kolonne gebe. "Wenn es welche gibt, werden die gelöst", sagte Beck.

Seit Oktober vorigen Jahres sind durch das Integrationsprojekt 7015 Stunden zur Grünflächenpflege geleistet worden. Februar (1050) und März (1390) waren Spitzenmonate. Im August waren's nur noch 460 Stunden. Schwächster Monat war der Juni mir nur 390 Stunden.

Eine Zusammenarbeit mit dem Trupp aus Bewohnern der ZUE, die in ihrem Orsoyer Umfeld für Ordnung sorgen, so Kaltenbach, sei rechtlich schwierig.

(bp)