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Mehr als 200 Leute aus 14 Nationen proben in Alpen fürs Friedensfestival

Musikprojekt in Alpen : Großprobe für das Friedensfestival

Das völkerverbindende Musikprojekt Alpen.Home erlebt eine Neuauflage. Mehr als 200 Mitstreiter trafen sich jetzt drei Tage lang in der Bönninghardt-Schule, um sich auf das Festival einzustimmen. Das steigt Mitte August open air in Veen.

Am 13. Und 14. August findet in Veen die Neuauflage von Home.Alpenmusik statt. Begonnen hatte alles vor vier Jahren, als 900 Zuschauer im Agro-Forum der Firma Lemken Zeugen eines spektakulären Konzertes wurden, an dem 253 Sänger aus 14 Nationen teilnahmen. Dafür gab‘s ein Jahr später den NRW-Heimatpreis. Das damit verbundene Preisgeld dient nun als Grundstock für die Neuauflage. Mit zusätzlichen Mitteln aus dem Fördertopf „Neustart Miteinander“ sowie der Unterstützung vieler lokaler Sponsoren und der Gemeinde Alpen soll das Projekt noch getoppt werden: Für das Open-air-Festival in Veen rechnen die Veranstalter mit bis zu 3000 Gästen.

Bis dahin stehen noch etliche Übungsstunden auf dem Probenplan. Der musikalische Grundstein wurde am vergangenen Wochenende in der Bönninghardt-Schule gelegt. Mehr als 200 Menschen im Alter von sechs (Kinderchor) und 88 Jahren (Chorsänger) aus 14 Nationen sorgten für ein musikalisches Happening. Dazu wirkte die Schule mit ihren wunderschönen Außenanlagen geradezu inspirierend. „Ich habe das Gefühl, dass dieser Ort uns umarmt. Es ist fast schon magisch, wenn Menschen aus so vielen Nationen für den Frieden singen“, sagte Patrick Depuhl am Sonntag.

 Die Stimmung beim Singen war prima. Alle Sängerinnen und Sänger im großen Chor machten begeistert mit.
Die Stimmung beim Singen war prima. Alle Sängerinnen und Sänger im großen Chor machten begeistert mit. Foto: Armin Fischer (arfi)
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 Thomas Ahls hatte für eine echte Überraschung gesorgt: Alpens Bürgermeister, als Sänger aktiver Teil des Projekts, hatte am Muttertag 160 Rosen mitgebracht – für jede Mutter eine. Nach dem großen Friedensfest im Garten wurde in Einzelgruppen weitergeprobt. In acht Workshops (Chor, Orchester, Rhythmus, Chor Spezial, Big Band, Dance, Kinderchor und Akkordeon) wurden die von Judy Bailey eigens fürs Festival komponierten Songs einstudiert.

Für gute Stimmung sorgte das „Team Gastfreundschaft“. Patrick Depuhl: „Sie begrüßen jeden mit einem Lächeln, servieren Kaffee oder stellen Blumen auf die Tische.“ Glück im Unglück hatten die Organisatoren, als kurzfristig ein Dozent ausfiel und mit David Thomas ein absoluter Musical-Top-Star (Starlight Express, Buddy Holly, Tabaluga) einsprang.

Neben Liedern, die von Offenheit und Gastfreundschaft („Komm rein“) erzählen, den Frieden beschwören („Wir sind nicht allein“) oder an die Vielfalt in unserer Welt erinnern („All kinds of people“), ist mit „Alpen – mein Ort“ ein Titel dabei, der das Zeug hat, eine Dorf-Hymne zu werden. „Judy wollte unbedingt ein Lied über Alpen schreiben. Damit wir nichts Wichtiges vergessen, haben wir den Text gemeinsam mit zehn Vertretern aus allen Ortsteilen ausgearbeitet“, so Depuhl.

 Stärkung für die harte Probenarbeit: Happy schaut in der Pause noch ein wenig skeptisch drein.
Stärkung für die harte Probenarbeit: Happy schaut in der Pause noch ein wenig skeptisch drein. Foto: Armin Fischer (arfi)

Die Lieder werden übrigens nicht nur gespielt und gesungen, sondern auch getanzt. Verantwortlich dafür ist Madaka Takudzwa. Der Tanzlehrer aus Essen hatte nach eigener Einschätzung schon deutlich schwierigere Aufgaben: „Die Leute hier sind hochmotiviert, total begeistert und wirklich absolut offen.“ Dass viele sehr talentiert sind, hat auch Markus Werner erfahren: „Ich bin mit dem Orchester des Andreas-Vesalius-Gymnasiums aus Wesel hier und muss sagen, dass sich die Teilnehmer problemlos einfügen. Es macht richtig Spaß.“ Unterstützt wird Werner vom Blasorchester seiner Kollegin Frauke Kielstropp. Dass ihr Sound zu bombastisch sein könnte, befürchtet die Musiklehrerin nicht: „Durch die Streicher und Holzbläser entsteht eine schöne weiche Klangfarbe, die sich wunderbar anpasst.“

Geradezu ausgelassen ging es im Rhythmus-Workshop von Miguel Altamar zu: „Die beste Gruppe von allen. Hier wird gelacht und getrommelt.“ Serif (44) hat lange darauf gewartet: „Als Kind in der Türkei habe ich getrommelt, seitdem nicht mehr. Es ist schön, das jetzt gemeinsam zu machen.“ Für Mitorganisator Patrick Depuhl steht dieser Aspekt sogar im Vordergrund: „In erster Linie sollen Menschen zusammenfinden und sich Geschichten erzählen.“ Nicht nur Menschen aus 14 Ländern, sondern auch solche mit einer Behinderung machen mit. Als „Chor Spezial“ unter der Leitung von Martina Roos sind sie fester Bestandteil des Festivals.

(erko)