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Maroder Schulhof in Menzelen soll zum Begegnungsort fürs Dorf werden

Schulen in Alpen : Auf dem Schulhof soll sich das Dorf treffen

Nach Regenfällen ist der Hof der Wilhelm-Koppers-Grundschule in Menzelen mit Pfützen übersät. Jetzt soll das Gelände saniert und Begegnungsort für alle werden. Die Bevölkerung soll am 27. März bei der Planung mitreden.

Der Schulhof der Wilhelm-Koppers-Grundschule ist nicht schön. Und er wird zum Ärgernis, wenn’s mal, wie zuletzt häufig, vom Himmel geschüttet hat. Dann sammelt sich das ganze Regenwasser auf dem bei den Kindern sehr beliebten Bolzplatz, dem Tiefpunkt des Geländes. Der kann dann tagelang nicht bespielt werden. Der Untergrund ist so verfestigt, dass das Wasser nicht ablaufen kann und der Platz dann eher zum Rudern einlädt als zum Kicken. Nun soll der Schulhof zum „Ort der Begegnung für das ganze Dorf“ aufgewertet werden. Landschaftsarchitektin Martina Hoff hat im Schulausschuss die missliche Lage beschrieben und Lösungsvorschläge präsentiert. Die Politik hat sie überzeugt. Der Rat, daran bestehen kaum Zweifel, wird im Etat Geld für die Planung des Projekts verankern.

Lehrer, Eltern und vor allem Schüler ärgern sich jedenfalls schon lange, dass man sich dem Bolzplatz bei und nach Regen nur mit Seepferdchen nähern kann. „Das ist wirklich ärgerlich“, sagt auch Janine Jakobs, Expertin im Rathaus für Spielplätze und Schulhöfe. Alles, was man sich bisher ausgedacht habe, verspreche wenig Erfolg. „Deshalb sprechen wir uns für eine grundlegende Neugestaltung aus“, so Jakobs.

Bei der Suche nach entsprechendem Know-how ist die engagierte Mitarbeiterin im Rathaus auf das Landschaftsarchitekturbüro Hoff in Essen gestoßen. Das kann eine lange Referenzliste für anerkannt gelungene Anlagen auch am Niederrhein vorweisen. Das hat Nadine Jakobs neugierig gemacht. Sie hat den Kontakt geknüpft und ist inzwischen „regelrecht begeistert“ von der Zusammenarbeit mit dem Büro und Chefin Martina Hoff. „Die weiß, wie Kinder ticken, ist erfahren im Umgang mit Eltern und Lehren, hat viele Dinge schon auf dem Schirm“, so Jakobs: „Sie weiß genau, wovon sie spricht.“ Mehr Vorschusslorbeer geht kaum. Auch der Fachausschuss zeigte sich angetan von dem, was Hoff präsentiert hat.

Grundproblem ist die Entwässerung auf dem Schulgelände, das mit 2600 m2 nahezu zur Hälfte versiegelt ist. Die Versiegelung soll aufgebrochen werden. Der Bolzplatz als tiefster Punkt des Außengeländes hat keine Drainage. Abläufe sind durch Sand aus den Spielbereichen verstopft. Mögliche Lösungen: ein neuer Untergrund fürs Fußballfeld, Einfassung der sandigen Zonen mit den Spielgeräten, geordnete Anordnung von Bäumen und Sträuchern, umgeben von Rigolen. Darin kann Wasser gezielt versickern und zugleich die Pflanzen direkt versorgen. So weit die Pflicht.

Doch Janine Jakobs und ihre Ratgeber denken größer und nachhaltiger. Sie wollen an den Fördertopf der Leader-Region „Niederrhein: Natürlich lebendig!“. Die ersten Signale vom Regionalmanagement seien vielversprechend, so Jakobs. Mit einer 65-Prozent-Förderung gehe natürlich deutlich mehr als die Pflicht – „viel mehr fürs gleiche Geld“ aus dem Gemeindesäckel.

Die Stichworte lauten „inklusiver Begegnungsraum“, Erfahrungsmöglichkeiten für alle Sinne, getrennte Zonen für Aktion, Ruhe und Multifunktionalität. Das entspricht auch den Bedürfnissen, die Schüler bei einer Befragung geäußert haben. „In der Sonne sitzen“, „sich in schönen Sitzecken treffen“ und „Fußball spielen“ lagen in der Beliebtheitsskala aller „Beschäftigungen“ ganz weit oben.

Konkrete Vorschläge sind ein barrierefreier Zugang zur Schule durch eine neue Rampe. Die Pausenhalle könnte komplett als solche angelegt und mit einem rutschfesten Belag versehen werden. Der Fahrradunterstand, oft wegen lauernder Gefahren kritisch betrachtet und an ungünstiger Stelle, soll abgerissen werden. Die Freiluftklasse soll statt der maroden Holzbänke Sitzreihen aus Naturstein bekommen, eventuell als Tribüne, von der aus spannende Spiele auf dem Bolzplatz verfolgt werden können.

Es gibt weitere gute Ideen. Alle Menzelener sollen bei der Schulhofgestaltung mitgenommen werden. Ehe der Förderantrag auf den Weg geht, soll in einer „inklusiven Bürgerwerkstatt“ das Profil des künftigen Schulumfeldes, das heute eher trist da liegt, geschärft werden. Dazu ist die Bevölkerung für Freitag, 27. März, um 17 Uhr in die Koppers-Grundschule eingeladen – bei gutem Wetter in die Pausenhalle, ansonsten in den Mehrzweckraum. Planerin Martina Hoff wird ihre Gedanken erläutern, jeder kann dann Fragen stellen, Ideen und Meinungen vortragen.

Dieses Jahr soll geplant, die Planung dann in den folgenden drei Jahren gestaffelt umgesetzt werden. Janine Jakobs ist überzeugt, dass es gut wird. „Ich freu’ mich drauf und bin jetzt schon total begeistert.“