Marcel Kittner aus Rheinberg und sein Papagei Calippo sind unzertrennlich

Marcel Kittner und sein Ara : Ziemlich bunte Freunde

Seit mehr als sechs Jahren sind Marcel Kittner und sein Gelbbrust-Ara Calippo unzertrennlich. In Rheinberg kennt die beiden fast jeder.

Wenn Marcel Kittner durch die Straßen der Stadt geht, zieht er häufig die Blicke der Passanten auf sich. Denn Kittner ist selten allein. In der Regel ist sein bester Freund dabei. Das klingt erstmal nicht weiter verwunderlich. Doch Calippo läuft nicht neben ihm, sondern sitzt vorne auf Kittners Fahrradlenker, auf dessen Schulter oder fliegt an einer Leine über Kittners Kopf. Calippo ist ein achtjähriger Gelbbrust-Ara, den Kittner nach seinem Lieblingseis aus der Kindheit benannt hat. Seit sechseinhalb Jahren sind er und sein gelb-blau gefiederter Freund unzertrennlich.

Über Umwege haben die beiden zueinander gefunden. Kittner war bei einem älteren Herrn, der im Besitz mehrerer Papageien war. Er sollte ein paar Tage auf Calippo aufpassen. Das war´s. Beziehungsweise: hätte es gewesen sein sollen. Doch in den drei, vier Tagen hatte sich das Tier so sehr an den 32-Jährigen gewöhnt und in ihn vernarrt, dass es nicht mehr von dessen Seite weichen wollte. „Ich hatte vorher nie darüber nachgedacht, einen Papagei zu halten. Früher wollte ich eigentlich einen Hund”, sagt Kittner und lacht. Calippo stünde einem Vierbeiner aber in nichts nach, erzählt er. „Wir tollen zu Hause auch zusammen herum.”

Dabei bekam er mehr als nur einmal zu spüren, dass nicht nur Hunde kräftig zubeißen können. „Anfangs, wenn wir gespielt haben, sah ich manchmal aus, als hätte ich mit einem Tiger gekämpft”, sagt er lachend. Wie kräftig Calippo zubeißen kann, mussten im vergangenen Jahr auch drei Männer erfahren, die Kittner überfielen und ihm Geld, Handy und auch Calippo rauben wollten. Der Vogel verteidigte seinen Besitzer und verletzte einen der Täter.

Am liebsten sitzt Calippo bei seinem Freund Marcel Kittner auf der Schulter. Foto: Fischer, Armin (arfi)

In Rheinberg sind Kittner und Calippo bestens bekannt und werden häufig freundlich gegrüßt. Manchmal ist ihnen die Aufmerksamkeit allerdings auch zu viel und die beiden wollen einfach nur ihre Ruhe haben. Deshalb sind sie viel in der Natur unterwegs, an der Fossa Eugeniana oder am Moersbach. Die Zeit, die sie zusammen verbringen, nutzen sie oft zum Training. „Calippo spricht ein paar Wörter Englisch, Spanisch und natürlich Deutsch“, erzählt Kittner stolz.

Auch das Rechnen hat er seinem gefiederten Freund beigebracht, zumindest das Addieren. „Ich lege ihm Bananenchips hin und er zieht so oft an einer Glocke, wie da Chips liegen“, sagt Kittner. Hauptaugenmerk liegt derzeit aber auf dem Fliegen. An einer langen, dünnen Flugleine kann Calippo seine Runden drehen und so langsam an den Freiflug herangeführt werden. Auch das haben sie schon probiert. Von zehn Mal komme er acht Mal zu ihm zurück, sagt Kittner. Und wenn er mal nicht zurückkommt? „Dann fliegt er zu einem Baum, setzt sich auf einen Ast und schreit so lange, bis ich ihn holen komme. Wie ein kleines Kind“, sagt er und lacht.

In einer Woche steht dann ein richtiges Abenteuer auf dem Programm. Kittner möchte fünf Wochen in einem Kajak den Rhein entlang paddeln, durch Düsseldorf und Köln. Dafür laufen die Planungen schon seit Wochen auf Hochtouren. Natürlich mit dabei: Steuermann Calippo.

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