Rheinberg: MAP-Freitag: guter Sound, gute Laune, gutes Wetter

Rheinberg: MAP-Freitag: guter Sound, gute Laune, gutes Wetter

Seit das MAP-Festival am Pulverturm stattfindet, erscheint das Freitagsprogramm ein wenig stiefmütterlich behandelt. Der Festivalabend hatte früher im Pfarrgarten ein eigenes Gesicht. Nun wird der Freitag immer der "kleine Bruder" bleiben, weil am Samstag nun einmal die "Zauberlehrlinge" die Massen anziehen. Dabei tummelten sich diesmal am Freitagabend bei wunderbarem Sommerwetter locker um die 600 Besucher am Turm. Das Programm hatte es in sich und machte viel Spaß. Vier Bands rockten die Bühne.

In guter Erinnerung blieben "Rockameier". Fünf Jahren nach ihrem ersten MAP-Gig erwies sich das Rockabilly- und Rock'n'Roll-Quartett aus dem Moerser Raum in jeder Hinsicht gereift: Die Musiker spielten und sangen weitaus entspannter und sicherer, die Songs waren cooler arrangiert und die Bühnenshow wirkte deutlich abgeklärter. "Rockameier", deren drittes Album "Fred" ganz frisch auf dem Markt ist, sind inzwischen eine niederrheinische Top-Band.

Weitaus dramatischer und spektakulärer dann der Auftritt von "Minor Cabinet" aus Krefeld und Bochum, die MAP-Chef Philipp Rott zu der Wertung animierten: "Das war meiner Meinung nach die beste Band, die wir jemals beim MAP hatten!" Ihr Sound klang authentisch und druckvoll. Man hörte viel Pink Floyd aus den dynamatischen Eigenkompositionen heraus. "Das sagt man uns öfter, ist aber von uns aber überhaupt nicht beabsichtigt", versicherte Sänger und Gitarrist Julian Jasny nach dem Konzert. "Minor Cabinet" bringen Mitte September ihr erstes Album heraus. Dazu gibt es am 11. Und 12. September in der Krefelder Kulturrampe zwei Release-Konzerte.

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Nach längerer Umbaupause enterten dann zum zweiten Mal nach 2013 Sebel aus dem Ruhrpott die Bühne. Die Fünf-Mann-Band, benannt nach dem kernigen Sänger, Gitarristen und Songwriter, fackelte nicht lange und setzte das MAP komplett unter Strom. Simple Rockriffs strömten aus den E-Gitarren, doch klangen sie so frisch, als seien sie soeben erst erfunden worden. Einfach, deutsche Textbotschaften, erreichten die Ohren der begeisterten Zuhörer, doch waren sie keinesfalls ausgelutscht. In Verbindung mit einer spaßigen Show und aufgelockert durch Akustikklampfen-Songs setzte diese professionelle Truppe dem Festivalabend das Sahnehäubchen auf. Gegen Mitternacht endete ein toller Musikabend. Und niemand fühlte sich stiefmütterlich behandelt.

(RP)