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Rheinberg: Malen und singen für den großen Auftritt

Rheinberg : Malen und singen für den großen Auftritt

70 Ferienkinder proben im Rheinberger Haus der Generationen in nur drei Tagen das Mini-Musical "Die kleinen Leute von Swabedo" ein. Zum ersten Mal sind Kinder aus der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung Orsoy mit dabei.

Im Haus der Generationen an der Grote Gert 50 in Rheinberg ist in dieser Woche richtig was los. Getreu dem Motto "Wir machen die Stadt bunt" proben 70 Ferienkinder in nur drei Tagen das Mini-Musical "Die kleinen Leute von Swabedo" von Ulrike Niemann ein. Zum zehnten Mal richten der Caritasverband Moers-Xanten und das Diakonische Werk die gemeinsame Ferienwoche für Kinder vornehmlich aus finanziell schlechter gestellten Familien aus.

Erstmalig sind auch sieben Kinder aus der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung Orsoy (ZUE) im ehemaligen Krankenhaus dabei. Weil sich das Teilnehmerfeld damit aus insgesamt 18 Nationen zusammensetzt, sind Verständigungsprobleme programmiert. Mitorganisator Bernard Bauguitte (Diakonie) sieht das gelassen: "Sprachschwierigkeiten überbrücken wir pantomimisch, das klappt sehr gut." Muss es auch, denn das in vier Teile untergliederte Musical um die freundlichen und liebenswerten Menschen, deren Leben beinahe durch Missgunst zerstört wird, enthält auch einen pantomimischen Part.

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Zuständig dafür ist die Theatergruppe von Betreuerin Katharina Pausch. Zur Einstimmung hat sich die Sozialarbeiterin etwas Besonderes ausgedacht: "Die Kinder verknoten sich mit ihren Händen ineinander. Das ist eine Team-Building-Maßnahme, die Körperkontakt schafft, ohne dass die Kinder das bewusst so erleben." Dass sich für die zwölf Rollen 18 Mitwirkende angemeldet haben, ist ebenfalls kein Problem. "Wer nicht mitspielt, steht am Samstag als Baum, Sonne oder Kobold auf der Bühne. Das macht den Kindern genauso viel Spaß", erklärt Betreuerin Biggi Krämer.

Im großen Saal proben Stefan Büscherfeld und Gaby Renk unterdessen mit dem "Swabedo-Chor" den musikalischen Part. "Schwer ist das nicht, wir müssen nur genug üben. Aber sie machen alle sehr gut mit", freut sich Stefan Büscherfeld. Volle Konzentration ist beim Puppenspiel mit Bernard Bauguitte gefragt, vor allem für die Sprecher. "Ich muss zwei verschiedene Stimmen sprechen. Das ist schwierig, aber ich bekomme das hin", zeigt sich die zwölfjährige Jasmin zuversichtlich. Dafür, dass die Pantomimen auch ohne Sprache verstanden werden, sind die Bühnenbildner hilfreich. "Wir malen die Geschichte auf große Papptafeln, vor denen die vier Darsteller agieren", erläutert Biggi Krämer.

Aber aller Anfang ist schwer, und so beginnt der Traum vom beachteten Bühnenbildner für den elfjährigen Joel mit einer Enttäuschung: "Ich male hier Einhörner aus. Das ist was für Mädchen." Petra Platzek, die seit vielen Jahren ehrenamtlich als Betreuerin dabei ist, klärt auf: "Das ist nur zum Üben, bevor es an das große Bühnenbild geht. Leider gab es hier nur Einhörner als Ausmalbilder."

Zwei Probentage stehen in dieser Woche noch auf dem Plan. Für die Aufführung am Samstag, 22. Juli, um 11 Uhr wünscht sich Bernard Bauguitte vor allem ein volles Generationen-Haus: "Eltern, Freunde und Verwandte sind herzlich eingeladen. Der Applaus tut den Kindern gut."

(erko)