Lemken - Spezialist für professionellen Pflanzenbau legt um sechs Prozent zu

Wirtschaft in Alpen: Lemken weiter auf Wachstumskurs

Trotz des langen Dürresommers und globaler Krisen hat sich die weltweit agierende Firma Lemken im Vorjahr gut geschlagen. Der Umsatz klettert auf 380 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter steigt auf 1635.

Alpen Das Geschäft des weltweit agierenden Ackerbau-Spezialisten Lemken ist durchaus abhängig von global wirkenden Faktoren, die von der Zentrale im niederrheinischen Alpen aus kaum bis gar nicht beeinflussbar sind wie Wetter und Politik. Beide Stellgrößen sind wenig berechenbar und waren zuletzt von Extremen bestimmt. Doch am Ende eines „sehr spannenden Jahres“ mit einem supertrockenen Sommer sind Gesellschafterin Nicola Lemken und Geschäftsführer Anthony van der Ley mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“. Der familiengeführte Spezialist für professionellen Pflanzenbau, der nun auch in Australien und Tasmanien angekommen ist, befindet sich weiter auf Wachstumskurs und blickt trotz Klimawandels, Handelskriegen und Brexit-Turbulenzen zuversichtlich nach von.

Der Umsatz stieg im vorigen Jahr um 20 auf 380 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von sechs Prozent. Das bedeutet zwar ein Abflachen der Umsatzkurve, die im Jahr zuvor elf Prozent Steigung erreicht hatte. Doch in der Branche, die in 2018 ein Plus von vier Prozent meldet, behauptet sich die Farbe Blau passabel.

Der Exportanteil liegt unverändert bei 77 Prozent. Deutschland bleibt mit einem Anteil von 23 Prozent mit Abstand stärkster Absatzmarkt. Der Inlandsmarkt machte mit einem Umsatz von 89 Mio. sogar acht Prozentpunkte gut. Gut erholt habe sich nach längerer Schwächephase der sensible, hart umkämpfte Markt in Frankreich, der mit einem Umsatz von 44 Mio. zweistellig wuchs und Platz zwei gefestigt hat.

Höchst erfreulich entwickelten sich die Geschäfte in den USA und nach sechs Jahren auch in Indien, wo die Qualitätsprobleme der Vergangenheit angehören und auch Teile für den europäischen Markt produziert werden. „Das Werk in Indien ist jetzt richtig profitabel“, so Nicola Lemken. Auch Japan mache sich prächtig. Die Ukraine konnte ihren Umsatz mit 28 Mio. in den zurückliegenden drei Jahren nahezu verdreifachen. Der britische Markt steuerte 17 Mio. bei. Der drohende Brexit, so van der Ley, werde sich sicher auswirken. Aber wie, wisse kein Mensch. „Wir sind gut vorbereitet“, so der Geschäftsführer.

Anthony van der Ley (links) und Nicola Lemken präsentierten am Dienstag die Jahresbilanz des Ackerbau-Speizalisten. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens spiegelt sich auch in der Zahl der Mitarbeiter: Die ist im Vorjahr um 160 weltweit auf 1635 geklettert. Die Hälfte davon arbeitet in der Fertigung. Am Stammsitz Alpen flossen 8,5 Mio. in die Erweiterung und Modernisierung. Ende des Jahres solle eine Halle dazu kommen, um die logistischen Abläufe im Werk weiter zu optimieren.

Investiert wird auch in den niederländischen Standort der Firma Steketee. Das Unternehmen hat Lemken im August gekauft, um sich so hochintelligente Technik ins Haus zu holen. Das Portfolio Pflanzenschutz wird um eine Technik erweitert, die ohne Chemie auskommt. Künstliche Intelligenz wird für den Bio-Anbau immer wichtiger, weil Kameras bei der umweltschonenden Unkrautbekämpfung wertvolle Dienste leisten. Selbst aus Sibirien kam bereits eine Order.

Auch die Lemken-Wetterstation, die dem Bauern vom Acker just in time wertvolle Daten aufs Smartphone schickt und ihm Tipps liefert, was zu tun ist, entwickelt sich zum Renner. Aber auch wenn „der Acker spricht“ – das Wetter bleibt wie die Politik für Lemken weiter eine schwer kalkulierbare Größe.