Rheinberg: Lehrstunde mit Schalker Ex-Profi

Rheinberg: Lehrstunde mit Schalker Ex-Profi

Der frühere Torschützenkönig Martin Max trainierte mit Millinger Schülern.

Den Unterricht mal ganz anders erlebten gestern die Dritt- und Viertklässler der Millinger Grundschule am Bienenhaus. Anstelle von Rechenübungen im Klassenzimmer stand auf der Sportanlage des SV Millingen das kleine Fußball-Einmaleins auf dem Lehrplan. Vermittelt wurde dies den Grundschülern aus höchst kompetenter Quelle: Neben Jan Cederic Mann, Justin Kuchenbäcker und Mike Stüker vom Fußballverband Niederrhein leitete mit Martin Max ein 396-facher ehemaliger Bundesligaspieler und Europapokal-Sieger das Training. "Wir wollten ein richtiges Event anbieten und sind sehr froh darüber, dass der FC Schalke 04 sich bereit erklärt hat, uns kostenlos zu unterstützen", erklärt Sportlehrerin Miriam Schöndeling.

Den Kontakt hatte Mike Stüker hergestellt, der in der Jugend selber für die Königsblauen gespielt hat und heute Mitglied der Schalker Traditionsmannschaft ist. "Wir möchten die Kinder weglocken von Playstation und Handy. Ihnen zeigen, dass es Spaß machen kann, mit anderen auf dem Platz zu stehen und als Team füreinander dazu sein", sagt Stüker.

In drei Trainingsgruppen werden dem Nachwuchs die Grundlagen des modernen Fußballs aufgezeigt. Egal ob schnelle Tempodribblings um Hütchen oder der gekonnte Doppelpass auf dem Kleinfeld: Der Ball ist immer mit im Spiel. "Heute steht der Spaß im Vordergrund. Aber wir erklären schon, dass es im Training auch intensive Laufeinheiten gibt und das Disziplin und harte Arbeit ebenso zum Fußball gehören", so Stüker.

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An der Strafraumgrenze bildet sich derweil eine lange Schlange. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, sich von einem zweifachen Bundesliga-Torschützenkönig den gekonnten Abschluss erklären zu lassen? Immer wieder legt Max den Ball in den Lauf der heranstürmenden Kids, gibt Tipps zur Schuss-Technik. "Mir macht das einen Riesenspaß, als Repräsentant für den Verein unterwegs zu sein und die Kinder für den Sport zu begeistern", bekennt der Ex-Profi. Luca hört besonders gut zu, denn der Berufswunsch des Zehnjährigen steht bereits fest: "Ich möchte gerne Fußball-Profi werden." Angst davor, dass sein Talent nicht entdeckt wird, braucht er nicht zu haben: "Die Scouting-Abteilungen der Profiklubs sind sehr gut aufgestellt. Ab der C-Jugend geht uns kein Talent mehr durch die Lappen", versichert Martin Max, der zugleich die Kehrseite der Talentsuche nicht verschweigt: "In diesem Alter sollte man schon entdeckt sein, sonst hat man kaum noch Chancen."

Für Lucas Klassenkameradin Hannah steht selbst die dörfliche Fußball-Karriere in den Sternen. "Fußball ist mein Hobby, aber ab dem nächsten Jahr dürfen in Millingen keine Mädchen mehr in der Mannschaft spielen."

(erko)
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