Rheinberg: Laser für den "Weißen Raben"

Rheinberg: Laser für den "Weißen Raben"

Das Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege an der Fakultät für Architektur der Fachhochschule Köln nimmt das Barock-Bürgerhaus am Rheinberger Markt mit einem terrestrischen 3D-Laserscanner auf.

Spätestens bei der fälligen Renovierung seines Hauses macht sich jeder Hausbesitzer seine Gedanken darüber, wo denn wohl die Architektenzeichnungen geblieben sein mögen. Schwierig wird es, wenn das Objekt gerade erworben wurde und ein paar hundert Jahre alt ist. In dem Falle helfen nur modernste Technik oder jede Menge Handarbeit, um das Objekt exakt zu vermessen. Im "Weißen Raben", dem einzigen erhaltenen Barock-Bürgerhaus in Rheinberg, wird derzeit unter Regie des Duisburger Architekten Martin Hebgen daran gearbeitet, mit Hilfe moderner Technologie neue Einblicke in alte Mauern zu bekommen.

Mit 3D-Laserscanner

Das Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege an der Fakultät für Architektur der Fachhochschule Köln hat die Aufgabe übernommen, das Bürgerhaus mit einem terrestrischen 3D-Laserscanner aufzunehmen und die Planunterlagen als CAD-Pläne zu erstellen.

"Alle Oberflächen werden von innen und außen mit dem Scanner eingemessen, anschließend werden Messbilder der drei Fassadenansichten in unterschiedlichen Maßstäben erstellt", erklärt Martin Hebgen das Verfahren. Die schließlich produzierten Grundrisse, Schnitte und Lagezuordnungen sind dann das Ergebnis eines aufwändigen Scan-Verfahrens, das an 40 Gerätestandorten im und am Haus durchgeführt wird. "Viermal wird im Außenbereich vermessen, der Rest der Messungen entfällt auf die Innenräume", erläutert der Architekt.

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Für Entfernungsmessungen muss ein Architekt anschließend noch nicht mal ins Gebäude: Das Innenleben des "Weißen Raben" lässt sich im Anschluss bequem am Rechner studieren. Das 3D-Laserscanning fand jetzt im Rahmen der Bestands- und Zustandserfassung des Gebäudes statt.

Bis Ende 2012

Im Anschluss an die Arbeit des Architekten wird ein konkretes Maßnahmenpaket geschnürt, bis Ende 2012 sollen alle notwendigen Umbau- und Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. "Die Gesamtauswertung erfolgt mit Hilfe eines Maßnahmenkataloges, die anschließende Prioritätenliste berücksichtigt sowohl die Dringlichkeit der Sanierungsmaßnahmen hinsichtlich Bausubstanz und Schadensgrad als auch den zukünftigen Sanierungsbedarf der nächsten 15 bis 20 Jahre", macht Martin Hebgen den Umfang der Untersuchungen deutlich.

(RP)
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