Rheinberg: Kunst im Garten kommt an

Rheinberg: Kunst im Garten kommt an

Bei der Ausstellung "Kukma" von Alfons Theising präsentierten auch vier Künstlerinnen aus der Region ihre Werke. Rund 200 Besucher kamen am ersten Tag in Theisings Skulpturen-Garten. Kommendes Wochenende geht's weiter.

Der verwunschene Skulpturen-Garten von Alfons Theising mit seinen vielen natürlichen Nischen und umschlungenen Plätzen ist alleine schon einen Besuch wert. Am vergangenen Wochenende lud der Rheinberger zu seiner ersten Ausstellung mit dem Titel "Kukma" gleich vier befreundete Künstlerinnen auf das entlegene Gelände zwischen Budberg und Strommoers (Im Winkel 61) ein.

Die kreativen Ansätze des Quartetts könnten dabei unterschiedlicher kaum sein. Die Malerin Gerda Lipski etwa überlässt ihren Bildern die Entstehung, sieht sich selbst eher in der Rolle einer Geburtshelferin. "Ich erschaffe in einem ersten Arbeitsschritt einen abstrakten, strukturierten Grund. Anschließend inspirieren mich diese Strukturen zu einem malerischen Dialog. Ich deute sie dann aus, hebe sie hervor oder übermale sie. Es ist so, als würde sich das Bild selbst erschaffen", erklärt die Frau aus Würselen. Dass in einem ihrer surrealistischen Werke ein Auge auftaucht, ist für die Künstlerin beispielhaft: "Ich hatte beim Malen einfach das Gefühl, das Bild beobachtet mich." Namen erhalten ihre Bilder nicht, der Betrachter soll in seiner Deutung nicht beeinflusst werden.

Nanni Wagner lässt sich nicht nur von der Natur inspirieren, sondern nimmt sie in ihre Arbeiten auf. Die Pilze auf einem vermodernden Baumstamm zum Beispiel ergänzt die Frau aus Geldern mit vielen kleinen Keramikpilzen und lässt auf diese Weise eine einmalige Symbiose entstehen. Die Skulpturen der Duisburgerin Elsa Lappat hingegen sollen die Fantasie des Betrachters anregen, in dem sie auf den ersten Blick bisweilen rätselhaft erscheinen. "Bei mir muss immer ein kleiner Witz mit rein. Köpfe mit Trichtern, in die Buchstaben fallen beispielsweise" sagt Lappat. Liegt der tiefere Sinn in diesem Fall noch halbwegs auf der Hand, so kam mancher Besucher beim Betrachten der durch einen Teelöffel verbundenen Gesichtshälften ins Grübeln. Nachfragen sind übrigens zwecklos, sagt Elsa Lappat: "Ich verrate nie, welchen Zweck oder Sinn es hat. Ich möchte schließlich zum Nachdenken anregen. Die Menschen wollen sich oft mit Kunst auseinandersetzen, die Fantasie freisetzt."

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Die Figuren der Bildhauerin Monika Bänsch bestehen lediglich aus Köpfen und Händen. "Mehr ist nicht nötig. Damit habe ich genügend Ausdrucksmöglichkeiten", versichert die Geldernerin. Als Ausgangsmaterial für ihre Arbeiten verwendet sie gerne Tuffstein aus der Eifel, auch wenn der ein gewisses Risiko birgt. "Manchmal hat man Pech und findet mitten im Stein ein Sand-Ei. Dann entsteht ein Loch im Kopf, aber auch das kann eine Aussage sein."

Wer neugierig geworden ist, hat noch am kommenden Wochenende (19. Mai 14-18 Uhr, 20. Mai 12-18 Uhr) die Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen. Initiator Alfons Theising zeigte sich mit dem Auftakt mehr als zufrieden: "Am ersten Tag kamen schon 200 nette Menschen und es gab sehr viele gute Gespräche. Ich möchte das sehr gerne im kommenden Jahr wiederholen."

(erko)