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Künstlergemeinschaft Alpen stellt erstmals in örtlichen Geschäften aus

Kunst und Einzelhandel in Alpen : Corona bringt Kunst ins Schaufenster

Weil an die traditionelle Herbstausstellung während der Pandemie im Atelier nicht zu denken war, zeigt die Alpener Künstlergemeinschaft ihre Werke in örtlichen Geschäften. Der Titel der Arbeiten lautet „Sehnsuchtsorte“.

Die Künstlergemeinschaft in Alpen lädt traditionell am letzten Oktoberwochenende Kunstinteressierte zur Ausstellung in ihr Atelier am Mühlenweg ein. Aber in Zeiten der Corona-Pandemie ist auch hier vieles anders. „Es war schon im Sommer absehbar, dass das diesmal wohl nichts wird mit der Herbstausstellung“, sagt Vorsitzende Christel Goergen. Ganz darauf verzichten, den Alpenern die Ergebnisse ihres Schaffens zu präsentieren, wollten die Kunstschaffenden aber nicht.

 „Wir haben uns überlegt, wenn die Menschen nicht zu uns kommen können, gehen wir zu den Menschen“, erläutert Georgen den Plan, aus der Not eine Tugend zu machen. Nach einem Gespräch mit Thomas Eckholt, Vorsitzender des Werberings, war die Lösung gefunden. Rund 20 Alpener Geschäftsleute erklärten sich bereit, die Bilder der ortsansässigen Künstler in ihren Schaufenstern und Ladenlokalen auszustellen.

Um die ganze Sache abzurunden, sollte die ungewöhnliche Ausstellung unter eine Überschrift gestellt werden. Nach einem gemeinschaftlichen Brainstorming im Atelier entschieden sich die Vereinsmitglieder für das Thema „Sehnsuchtsorte“, ein Begriff, der nach eigener Einschätzung irgendwie mit der schweren Pandemie-Zeit verknüpft zu sein scheint. „Das können Landschaften sein, aber auch Gefühle, Menschen oder Farben. Mal abstrakt und mal gegenständlich dargestellt“, erklärt Felicitas Kalter, deren Bilder im Schuhgeschäft Possibile zu sehen sind.

Urgestein Johannes „Chang“ Schmitz musste bei der Wahl seiner Motive nicht lange nachdenken: „Mein Sehnsuchtsort ist der Niederrhein.“ Bevor die Arbeit an rund 50 Collagen, Acrylbildern und Aquarellen begann, besuchten die Künstlerinnen und Künstler zunächst ihren Ausstellungsort. Wer in welchen Geschäften ausstellt, wurde zuvor ausgelost.

„In einem kleinen Lokal kann man keine riesigen Leinwände hängen. Wir haben uns also genau angesehen, wie die Gegebenheiten sind und was möglich ist“, erzählt Christel Goergen, deren ein Meter mal 1,40 Meter großes Werk in einem Schaukasten des Fachgeschäftes Elektro Schmitz hängt. Eine Größenordnung, die beispielsweise für Felicitas Kalter nicht infrage kam: „In einem Schuhgeschäft wirken kleinere Bilder in einem schwarzen Rahmen einfach sehr viel besser.“

Wem ein Bild besonders gut gefällt, kann es in den meisten Fällen käuflich erwerben. Preislisten oder Visitenkarten der Künstler liegen in den Geschäften aus. Mit der Ausstellung erhofft sich die Künstlergemeinschaft auch, ein größeres Publikum zu erreichen. Immerhin reicht für einen ersten Blick ein Schaufenster-Bummel.

Christel Goergen sieht in dieser Form der Ausstellung gleichermaßen einen Gewinn für Künstler wie für die Geschäftsleute: „Beim Einkauf entwickeln sich vielleicht auch Gespräche über die Kunst.“ Die am Dienstag eröffnete Ausstellung kann noch in den kommenden drei Wochen besichtigt werden.