Kräuterwanderung in Orsoy: Mit allen Sinnen auf Pflanzenkunde

Kräuterwanderung in Orsoy : Mit allen Sinnen auf Pflanzenkunde

Kräuterpädagogin Claudia van Züthpen führte zahlreiche Naturinteressierte durch die Orsoyer Rheinwiesen.

Trotz bedecktem Himmel und nicht gerade sommerlichen Temperaturen nutzten 15 Teilnehmer das Angebot der Rheinberger Volkshochschule (VHS) und begaben sich mit Claudia van Zütphen auf eine Kräuterwanderung durch die Orsoyer Rheinwiesen. Dabei bestaunten sie die Vielfalt der Natur direkt vor der Haustür.

Zu ihren Aufgaben als Kräuterpädagogin erklärte van Zütphen: „Ich versuche, den Menschen die heimischen Wildpflanzen näherzubringen. Man übernimmt quasi alte Werte und Traditionen und fügt neu erlangtes Wissen hinzu.“ Die Wanderungen veranstalte sie vor allem, um das Interesse der Menschen an der Natur zu steigern und ihnen Informationen über Kraut und Co. zu vermitteln. „Beim Löwenzahn hört es bei vielen ja schon auf in Sachen Pflanzenkunde. Ich möchte den Leuten gerne zeigen, was noch alles in der Umgebung wächst“, ergänzte die Fachfrau. Gleichzeitig räumte sie aber auch ein: „Das Interesse an der Natur steigt, und das stimmt natürlich auch mich sehr positiv.“

Ebenfalls positiv für van Zütphen war das zahlreiche Erscheinen von Naturinteressierten bei der VHS-Wanderung. Sogar ein Ehepaar aus Duisburg nahm den Weg auf sich, um sich von der natürlichen Vielfalt der Orsoyer Rheinwiesen begeistern zu lassen. „Bei so viel Interesse kann ich mir gut vorstellen, so etwas noch einmal hier zu machen“, sagte van  Zütphen.

Auch die Anwesenden kamen voll auf ihre Kosten. „Mich interessiert einfach, was hier in der Umgebung wächst. Mir gefällt die Tour sehr gut“, sagte eine Teilnehmerin. Auch die zahlreichen Fragen beantwortete die Kräuterpädagogin geduldig.

Unter dem Motto „Lesen im Buch der Natur“ stand vor allem die sogenannte Signaturenlehre im Mittelpunkt. Diese besagt laut van Zütphen, dass es bei allen Pflanzen Kennzeichen gebe, die ihre Zwecke und Gefahren verrieten. Der Zugang zu der Pflanzenwelt eröffne sich durch die Sinne, wobei vor allem Aussehen, Standort sowie Geruch und Geschmack Aufschluss über die Kräuter gäben. Das Lieblingskraut der Naturexpertin? „Johanniskraut. Da steckt viel Mythologie hinter, und es hat eine besonders heilende Wirkung, zum Beispiel bei Depressionen oder Schwellungen.“

Trotz der heilenden Wirkung vieler Pflanzen mahnte die Kräuterpädagogin: Man könne nicht ohne Weiteres eine Kopfschmerztablette durch eine am Wegesrand aufgesammelte Taigawurzel ersetzen, der eine helfende Wirkung nachgesagt wird. Außerdem reagiere jeder Mensch anders auf die verschiedenen Kräuter. Eine weitere Gefahr sieht van Zütphen in der Verwechslung von Kräutern. „Als Laie kann ich nicht einfach überall mal dran knabbern. Das kann sonst böse enden.“ Van Zütphen riet dazu, sich über die verschiedenen Pflanzenfamilien zu informieren, um einen Überblick über das Aussehen und Vorkommen zu verschaffen. „Oder einfach zu mir kommen. Ich biete ja des Öfteren solche Kurse an“, ergänzte sie lachend.

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