Rheinberg: Kita und 18 Wohnungen in Reichelsiedlung

Rheinberg: Kita und 18 Wohnungen in Reichelsiedlung

Jugendhilfeausschuss erfuhr, wie die Einrichtung geplant ist. Sie soll im Februar 2020 mit vier Gruppen in Betrieb gehen.

Mit Brombeersträuchern zugewachsen, mit blauen Säcken und anderem Unrat zugemüllt: Das unbebaute Grundstück an der Ecke Buchenstraße/Akazienstraße in der Reichelsiedlung ließ den Volkszorn in den vergangenen Jahren immer mal wieder hochkochen. Jetzt gibt es eine Perspektive: Ein Investor hat die Fläche gekauft und wird darauf bauen. "Noch in diesem Jahr soll es losgehen", sagte Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach im Jugendhilfeausschuss. Sie hat sich dafür stark gemacht, dass in der Reichelsiedlung eine Kindertagesstätte gebaut wird, weil die Stadt dringend Kita-Plätze braucht.

Umso schmerzlicher war die Terminkorrektur, die Kaltenbach dem Ausschuss mitzuteilen hatte: Der Projektplaner habe ihr jetzt gesagt, dass die neue Einrichtung nicht wie ursprünglich geplant zum 1. August 2019 in Betrieb genommen werden kann, sondern erst im Februar des darauffolgenden Jahres. Das sei leider nicht zu ändern.

Der Investor plant zwei Gebäude, in einem wird unten die Kindertagesstätte eingerichtet. Hinzu kommen 18 Wohnungen, verteilt auf drei Geschosse. Die Kita - sie soll weitgehend verglast sein - wird vermietet. Welcher Träger die Einrichtung führen wird, ist noch nicht entschieden. Die Verwaltung hat jetzt den Auftrag, einen Träger zu suchen.

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"Das Raumprogramm für die Kindertagesstätte ist auf vier Gruppen ausgelegt", ließ die Beigeordnete die Politiker wissen. Zu jedem der vier Gruppenräume gehören ein Neben- und ein Schlafraum. Hinzu kommen ein Mehrzweckraum, eine Küche mit kleiner Mensa sowie Toiletten- und Waschräume. Rosemarie Kaltenbach: "Das Konzept ist mit dem Landschaftsverband Rheinland abgestimmt. Dort hat man uns eine Betriebserlaubnis in Aussicht gestellt." Nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß die Größe der Freifläche. Die werde 700 bis 750 Quadratmeter groß sein, gab die Beigeordnete an. Eventuell könne man noch einen angrenzenden Kinderspielplatz integrieren. Luise Theile (Grüne) empfand die Fläche als zu klein für eine Kita dieser Größenordnung. Durch den späteren Fertigstellungstermin ergebe sich keine Möglichkeit, an Fördergelder zu kommen, machte Kaltenbach deutlich. Brigitte Devers (CDU) hatte danach gefragt. Peter Mokros brachte die ehemalige Montessorischule ins Spiel. Ob man dort nicht auch eine Kindertagesstätte einrichten könne, wenn 2020 die fünften Klassen der Europaschule die Räume nicht mehr in Beschlag nehme, fragte er.

Rosemarie Kaltenbach sagte klar: "Wir müssen ein wohnortnahes Angebot für Kinder dort schaffen, wo der Bedarf am größten ist. Und das ist in Rheinberg nun mal die Reichelsiedlung. Deshalb sollten wir die Chance nutzen."

Die Standortwahl ist nicht unumstritten. In der CDU befürchtet man, dass sich in der Reichelsiedlung eine Kita mit geringen Chancen auf eine gute Integration etablieren könnte. "Die Durchmischung fehlt", sagt die CDU.

(up)