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Kirchengemeinde St. Peter Rheinberg zeigt Kreuzweg von Martin C. Peschel

Kirchen in Rheinberg : Künstler greift im Kreuzweg  Jesu aktuelle Fragen auf

Im Kreuzweg des Künstlers Martin C. Peschel finden sich Anspielungen auf die heutige Zeit und die jüngere Vergangenheit. Kreuzweg – das passiert auch heute überall und jeden Tag.

Der Kreuzweg des Künstlers Martin C. Peschel ist während der Fastenzeit in der Kirche St. Peter in Rheinberg ausgestellt. Peschel, Jahrgang 1954, hat nach einer Lehre als Schreiner die Fächer Kunst, Philosophie und Architektur in Wuppertal und Stuttgart studiert. Er lebt und arbeitet heute in Schlat im baden-württembergischen Landkreis Göppingen.

Sein Kreuzweg ist auf 14 Tafeln dargestellt. Die einzelnen Stationen sind in vier Sequenzen gemalt. Die Szenen gehen teilweise ineinander über, folgen aber dem traditionellen Ablauf eines Kreuzweges. Dargestellt ist der Kreuz- und Leidensweg Jesu als die Realität, die er damals war: als Folter und Ermordung eines Unschuldigen. Jede Überhöhung fehlt. Die Malperspektive ist so gewählt, dass der Betrachter hineingezogen wird in das Geschehen. Er steht sozusagen am Wegesrand und sieht die Qualen Jesu, die Verzweiflung der Mutter und der Freunde, die Totenstille.

Nicht nur das Geschehen vor 2000 Jahren wird dargestellt. In den Bildern finden sich Anspielungen auf die heutige Zeit und die jüngere Vergangenheit. Kreuzweg – das passiert auch heute überall und jeden Tag: wo Menschen ohne zu denken verurteilen und mit der Masse schreien; wo Machthaber das Recht beugen und unbequeme Mahner aus dem Weg räumen; wo Kinder und Frauen missbraucht werden; wo Menschen Todesangst durchstehen müssen; in den Kriegsgebieten und in der Ausbeutung unserer Erde. Der Künstler wirft die Frage auf, ob die Menschen in 2000 Jahren etwas von Jesu Botschaft verstanden und umgesetzt haben. Der Betrachter wird mit der Frage konfrontiert, ob er zur Masse der Schaulustigen gehört, nur Zuschauer bleibt oder mutig, menschenfreundlich und solidarisch aus der Menge heraustritt.