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Kinderschutzbund in Alpen macht mit Aktion auf Kinderarmut aufmerksam

Kinderschutzbund Alpen : Plakative Aktion soll auf Kinderarmut aufmerksam machen

Der Kinderschutzbund in Alpen will zum Weltkindertag auf Bürgersteigen im Ort die Augen für ein drängendes gesellschaftliches Problem öffnen.

„Kinder haben Armut nicht gewählt“ – Mit diesem Motto, das im Rahmen des Weltkindertages auf zahlreichen Alpener Bürgersteigen zu lesen ist, möchte der Ortsverband des Kinderschutzbundes dazu beitragen, dass Kinder, die in Armut leben, mehr in den Blick der Öffentlichkeit gelangen. Obwohl Deutschland kein armes Land sei, lebe hier trotzdem mehr als jedes fünfte Kind in Armut – gut drei Millionen Kinder, so der Vorstand. Zähle man die Dunkelziffer der Kinderarmut hinzu, also diejenigen, die keine Leistungen zur Existenzsicherung beantragen, liege die Zahl sogar noch deutlich höher.

Auch im Gemeindegebiet Alpen gebe es Kinder, die in prekären Familienverhältnissen leben und unter anderem von der Tafel in Trägerschaft der Evangelische Kirchengemeinde Alpen und der katholischen Seelsorgeeinheit St. Ulrich versorgt würden. In diesem Rahmen würden sie auch regelmäßig vom Kinderschutzbund durch die monatliche Ausgabe der Kindertaschen „Milch und mehr für Kinder“ Unterstützung erhalten.

Konkret heiße Armut für Kinder: nicht dabei sein zu können, wenn das Geld für die Klassenreise, den Eintritt ins Museum oder die neuen Sportschuhe nicht mehr reiche. Arm sein heiße auch, wenn am Ende des Monats nur noch Geld für Nudeln übrig sei und Kleidung unter Umständen so lange getragen werden müsse, bis Geld für eine Neuanschaffung da ist. Manchmal müsse dann auch löchrige oder deutlich zu klein gewordene Kleidung getragen werden. Am Ende müssten vielleicht auch nur ein Paar Schuhe genügen – im Winter vielleicht nicht mal Winterschuhe. Freizeitbeschäftigungen wie Kino fänden nur selten statt.

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Falle dies wirtschaftlich besser gestellten Gleichaltrigen auf, seien Kinder aus ärmlichen Verhältnissen nicht selten von Ausgrenzung und Isolation betroffen. „Fair ist das alles nicht. Denn: Kinder haben Armut nicht gewählt. Arm sein heißt, langfristig weniger Möglichkeiten und Chancen zu haben, und oftmals auch, arm zu bleiben. Denn das Ausbrechen aus der Armutsfalle ist nicht leicht“, so der Kinderschutzbund.

Der Ortsverband Alpen möchte daher mit seiner Sprühaktion auch im Vorfeld der Bundestagswahl deutlich machen, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben sollten, unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern. Deshalb engagiere er sich unter anderem besonders für die Bekämpfung der Kinderarmut.

Als wichtiger Schritt in diese Richtung sei die Änderung der Haltung gegenüber Menschen, die in Armut leben. Eltern und Kindern aus prekären Verhältnissen sollte Vertrauen, Wertschätzung und Unterstützung in Notsituationen entgegengebracht werden. Jede und jeder Einzelne könne sich für die Bekämpfung von Kinderarmut engagieren und dazu beitragen, dass das Thema Kinderarmut noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücke.

Letztendlich sei auch eine Spende oder eine Mitgliedschaft im Kinderschutzbund Alpen (Jahresbeitrag: 25 Euro) eine große Unterstützung, die unmittelbar bedürftigen Kindern aus Alpen zugutekomme.

www.dksb-alpen.de

(RP)