Kies: Alpens CDU-Vorsitzender bittet den Ministerpräsidenten persönlich um Hilfe

Kiesabbau am Niederrhein : CDU bittet Landesvater Laschet um Hilfe

Alpens Parteichef Sascha van Beek fordert in Sachen Kiesgewinnung von der Landesregierung eine „Strategie“-Debatte. Die Furcht vor Vertrauensverlust der Wähler wächst. In dem Brief erinnert er an die Idee eines „Werkstattgesprächs“.

Ministerpräsident Armin Laschet hat seinen Auftritt in Veen nicht vergessen. Da hat ihm CDU-Parteichef Sascha van Beek auf der Zielgeraden des Landtagswahlkampfes einen Vogel überreicht. Die „Veenze Kräje“ hat dem CDU-Spitzenmann Flügel verliehen. Die Wähler haben Laschet auf den Sessel des NRW-Ministerpräsidenten gesetzt. Jetzt bittet van Beek in einem an manchen Stellen verzweifelt klingenden Brief den Landesvater persönlich um Hilfe: „Wir setzen unsere Hoffnung in Sie.“ Grund sind die Kiesabgrabungspläne der Landesregierung und des Regionalverbandes Ruhr (RVR), die Alpen arg zu schaffen machen. Und damit der CDU, so van Beek: „Die zunehmende Perspektivlosigkeit führt Menschen, die uns jahrelang vertraut haben, weg von der CDU.“

Er wisse nicht, was er Landwirten sagen soll, die in ihren Hof investieren möchten und nun fragen, ob in Zukunft noch genügend Pachtflächen zur Verfügung stünden. Oder was jungen Familien, die um ihre „Wohnqualität mit einem großen Loch vor der Haustür“ fürchten. Auf diese drängenden Fragen würden von der CDU vor Ort konkrete Antworten verlangt. Der junge Kommunalpolitiker zeichnet ein düsteres Stimmungsbild, das häufig gemalt wird, wenn nach Gründen gesucht wird, wenn sich Wähler von etablierten Parteien abwenden: „Die Menschen haben das Gefühl, mit ihren Problemen nicht wahrgenommen zu werden.“

Weil die CDU nun in der Regierungsverantwortung stehe, schreibt van Beek, falle der Fingerzeig auf die „da oben“ als Ausrede aus. Er fordert „eine verbindliche Kies-Strategie“. Planungsbehörden, Kiesindustrie, Bürgerinitiativen und Umweltschützer am Niederrhein müssten an einem Tisch, moderiert von der Landesregierung, Lösungen erarbeiten, „die Arbeitsplätze sichern, Landschaft schützen und Zukunft garantieren“. Baustein einer solchen Strategie könnte die Suche nach Alternativen für Kiesabbau sein. Die Region könnte das führende Zentrum für Forschung und Entwicklung von Möglichkeiten zum Kies-Recycling werden. „Hochschulen und Unternehmen haben doch die Kompetenz“, so van Beek.

Sascha van Beek (CDU). Foto: DRK/VolkerWagnerPhotography

Er greift die Idee eines Werkstattgesprächs „Kies am Niederrhein“ auf. Die hatte CDU-Landesgeneral Josef Hofjürgen im Spätherbst beim Besuch der Basis auf der Bönninghardt ins Spiel gebracht. „Das könnte ein erstes Zeichen sein, „Menschen und Initiativen am ganzen Niederrhein abzuholen“. Momentan entstehe der Eindruck, dass sich die Lage durch Landesentwicklungs- (LEP) und Regionalplanung „weiter einseitig zugunsten der Kiesindustrie verschiebt“. Der Unmut über den Verlust an Attraktivität für Wohnen, Freizeit und Landwirtschaft, zur Produktion hochwertiger regionaler Produkte auf Fläche angewiesen, sei „verständlich“. Die CDU in Alpen bezieht Position: „Wir können es nicht weiter akzeptieren, dass unsere Heimat ohne erkennbares Maß zerstört wird.“

Auch die FDP Alpen hat ihre kieskritische Position bekräftigt. „Wir vertreten eine andere Auffassung als unsere Freunde im Kreistag“, so Parteichef Thomas Hommen.

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