Kegelclub Die Glöckchen aus Alpen-Menzelen feiert seinen 40. Geburtstag

Alpen : Seit 40 Jahren lassen sie das Glöckchen bimmeln

Der Kegelclub „Die Glöckchen“ feiert in diesem Jahr runden Geburtstag. Alles begann in Menzelen-West, doch inzwischen ist der Ostteil die Clubheimat.

„Die Glöckchen“ sind nun 40 Jahre alt geworden und klingen so frisch und munter wie am ersten Tag. Der Name nimmt Bezug auf die bimmelnde Begleitmusik, wenn die Damen und Herren einmal im Monat ihrem Hobby nachgehen. Auf der Kegelbahn „Zu den drei Eichen“ beim Gastwirt Wienen in Menzelen-Ost.

Ans Rollen kam der Klub Ende der 70er Jahre allerdings in Menzelen-West. Da kamen junge Männer der Schützenbruderschaft St. Michael auf die Idee, regelmäßig in geselliger Runde eine ruhige Kugel zu schieben und dabei auch ihre Frauen an dem gemeinsamen Vergnügen teilhaben zu lassen, wie Alfred Groß (70) rückblickend erzählt. Es waren allesamt Väter und Mütter, deren Kinder damals den Kindergarten St. Michael im Menzelen-West besuchten. Die Lebensumstände waren also für alle ähnlich. Der Grundstock für ein langjährige Beziehung gelegt.

Gekegelt wurde zunächst auf der Bahn im Heidekrug. Aber häufige Wechsel hinterm Tresen mit damit verbundenen Kegel-Pausen führten schließlich dazu, von West nach Ost zu wandern und fortan unter den drei Eichen in die Vollen zu gehen. Dabei ist es bis heute geblieben, berichtet Groß, neben Werner Tast einer von zwei übrig gebliebenen Gründungsvätern des Klubs.

Ein schriftlich fixiertes Regelwerk sichert den Ablauf der Kegelabende, die im Vier-Wochen-Rhythmus stattfinden. Die erste Kugel rollt immer um 20 Uhr, die letzte um Mitternacht herum, je nach Tagesform vor oder nach Zwölfe. Klar ist, dass zum Abschluss immer eine „Königspartie“ gespielt wird. Das Bild zum Abräumen wird vorher festgelegt.

Der sportliche Verlauf des Abend wird säuberlich protokolliert. Schließlich muss die Kasse stimmen. Ein „Pudel“, wenn die Kugel in der Gosse landet, kostet 30 Cent, ein verlorener Punkt 50 Cent. Und damit am Ende genug auf dem Reisekonto ist, zahlt jedes der neuen Klubmitglieder acht Euro Monatsbeitrag.

Die Ziele für die Kegeltouren haben sich im Lauf der Jahre verändert. Devise: höher, weiter, schöner. Zunächst ging’s mit Bus oder Bahn zur Ahr oder an die Mosel, später mit der „Weißen Flotte“ den Rhein rauf. Dann steigen die „Glöckchen“ in die Luft, meist gen Süden in die Türkei, nach Spanien und gar bis nach Afrika. Die Glöckchen kletterten auf Kamelrücken, ließen sich rausschippern zu den Delfinen und haben auch mal mit dem Piratenschiff Schildkröten gesucht. Und als sie im Hafen von Side einem Barbier bei der Arbeit zugesehen haben, haben sich die mutige Männer aus Menzelen auch gleich rasieren lassen. Ein einschneidendes Ereignis.

Wohin’s zur Jubiläumstour geht, steht noch nicht ganz fest. Nach Kroatien vielleicht, nach Island oder Irland. Wer weiß. Ist ja noch ein bisschen Zeit bis zur Tour im Herbst. Bis dahin wird das Glöckchen auf der Bahn noch einige Male bimmeln. Das soll auch in den nächsten zehn Jahren noch nicht verstummen. Die 50 wollen die Kegler noch voll machen. „Auf jeden Fall“, sagt Alfred Groß. Der Ehrgeiz kegelt mit.

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