Rheinberg: Karnevalisten stehen in den Startlöchern

Rheinberg : Karnevalisten stehen in den Startlöchern

Mit einem schallend-lauten "Rheinberg, Helau!" werben die Rhinberkse Jonges für Büttensitzungen, Rosenmontagszug und mehr.

Das Lametta und die Kugeln hängen noch an den Weihnachtsbäumen, die letzten Silvesterkracher werden auf Rheinbergs Straßen nachgezündet, da stehen die Männer mit den schicken roten Jacken schon wieder in den Startlöchern. "Oh wie schön ist Karneval" könnte die Überschrift über das flammende Plädoyer heißen, das Clemens Geßmann, Präsident der Rhinberkse Jonges als erste und wichtigste Instanz allen karnevalistischen Treibens in der Stadt, gestern Abend bei der Vorstellung des Karnevalsprogramms im Café Sahnehäubchen heißen.

Ja, Karneval ist schön und erfolgreich in Rheinberg. "Nicht wegen uns", schränkt Geßmann ein, "sondern wegen der tollen Bevölkerung, die mitfeiert, und wegen der vielen ehrenamtlichen Helfer, die die tollen Tage zu dem machen, was sie sind." Tausende Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder beim Rosenmontagszug am Straßenrand ebenso wie die friedlichen Oldie-Night-Besucher, die unermüdlichen Wagenbauer oder die vielen Büttenredner, Tänzer oder Sänger, die in der Stadthalle in die Bütt steigen. "Auch diesmal haben wir keinen einzigen gekauften Büttenredner dabei", schwärmt der Präsident. "Wir machen Büttensitzungen von Rheinbergern für Rheinberger, alles hoch engagierte Leute."

Leute wie die "HaWiHub's": "Ha" wie Hans-Theo Mennicken, "Wi" wie Winnie Nickenig und "Hub" wie Hubert von Thenen. Drei altgediente Karnevalisten, die verwandt und auch verschwägert sind und die immer da waren , wenn das närrische Volk sie brauchte. Jetzt machen sie Schluss — nach 40 Jahren mit lustigen und nachdenkenswerten Liedernund Sketchen in der Bütt. "40 Jahre sind genug", sagt Hubert von Thenen. Wer die Truppe noch mal erleben will, muss in die Stadthalle kommen.

Wo die Alten sich zurückziehen, sind die Jungen schon da: Tobias Schneider, Philipp Geßmann und Henning Bangert sind drei der Nachwuchskräfte, die nicht zuletzt durch die Ermunterungen von Pastoralreferent und "Münsteraner Piepenkerl" Georg Welp erstmals den Schritt in die Bütt riskieren. Aber auch bewährte Fachkräfte werden im Jecken-Geschäft nicht fehlen. So wird ein Dr. Peter Houcken auch diesmal wieder alles dafür tun, das Publikum zum Toben zu bringen.

Houcken ist nicht nur ein Berka-Star in der Bütt, er ist auch zusammen mit Thomas Schmengler Assistent von Prinz Stefan I., der Gestaltende — Friseurmeister Stefan Dickmann. Der Prinz — das sagte Geßmann ganz deutlich — spielt eine zentrale Rolle im Karnevalsgeschehen. Der Prinzenwagen sei gewissermaßen das Herz des Zugs.

Doch Karneval in Rhinberk, das ist mehr als die Büttensitzungen am 25. Januar, 1. und 3. Februar, und der Rosenmontagszug am 11. Februar. Das ist auch der Kinderkarneval am 27. Januar, Altweiber am 7. Februar, die Oldie-Night am 8. Februar, der Plaarball am 9. Februar, die Schlüsselübergabe am 10. Februar und der Kehrausball am 12. Februar. Nur wenn man das alles zusammen nimmt wird ein (Narren-)Schuh draus.

(RP)
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