Karneval 2019: Zug in Menzelen, Millingen, Ossenberg, Orsoy und Lüttingen

Menzelen, Millingen, Ossenberg, Orsoy, Lüttingen: Klein, aber fein – auch Dörfer können Straßenkarneval

Menzelen, Millingen, Ossenberg und Orsoy mobilisierten die Narren. Auch in Lüttingen zogen die Jecken auf die Straße – trotz Regen und Wind.   

Menzelen: Der Zoch hat Zuwachs bekommen

Insgesamt 29 Wagen, Musik-und Fußgruppen schlängelten sich entlang der von gut 5000  Närinnen und Narren gesäumten Ringstraße über den  Berenshuck Richtung „Adlersaal“ und dann wieder über die Ringstraße zurück zum Marktplatz als Ausgangs- und Endpunkt des närrischen Treibens.

„Das sind vier Positionen mehr als im vorigen“, freute sich Zugleiter Helmut Giesen über den Zugewinn. Am Marktplatz  löste sich die Wagenburg auf – und in den Gaststätten „Zur Deutschen Eiche“ und dem „Adlersaal“ wurde ausgiebig getanzt und weiter gefeiert.

„Wir sind froh, dass alles so gut geklappt hat“, bilanzierte der Präsident der Karnevalsgesellschaft Hand in Hand (KAG) Menzelen,  Kai Kevin Krupper. Sein junger Vorstand trug erstmals die Verantwortung für den Zug im Dorf. Zahlreiche Gruppen und Wagen aus den umliegenden Ortschaften wie die „Lötkolben“ aus Ward, der Borussia-Fanclub Veen, die Feuerwehrfreunde Lüttingen, das Alpener Kinderprinzenpaar Finn I. und Lisa I.  oder die „Birtener Altrhein-Gang“ bereicherten das bunte Bild.

Gruppen wie die „Bienen und Imker“-Nachbarschaft vom Kulzenhof thematisierten den Klimawandel. Für Buntheit und Toleranz stand der  „Regenbogen“-Wagen von Prinz Mario. aflo

Millingen: Schlümpfe und die Bimmelbahn

Dass Karnevalszüge nicht bombastisch sein müssen, um  Menschen zu begeistern, bewies einmal mehr der Millinger Nelkensamstagszug. Vier Wagen – einer vom 1. OKK Orsoy als traditioneller Gast, der Prinzenwagen mit Mario I., der Engagierte“, die Millinger Schlümpfe und die Landeier-Hühnertruppe – sorgten bei der Doppel-Tour durch den Ort für mächtig Stimmung.

Dazu kamen  Fußgruppen wie die Bimmelbahn mit den Kindern des Millinger Freundeskreises, die Nachbarschaft Spandickseck als Piraten und die Millinger Elfies als Badenixen, ein Verweis auf den Prinz als Rettungsschwimmer. Von der Jahnstraße aus bewegte sich die kleine, aber feine Kolonne vorbei an rund 1000 fröhlichen Menschen.

Zahlreiche Kinder hatten alle Hände voll zu tun, um Puzzle, Lutscher oder Schokolade zu fangen. „Mich beeindruckt die schöne  Stimmung ist und das herzliche Miteinander“, sagte der Ossenberger Michael Elsner. „Das ist  einer der entspanntesten Züge überhaupt“, so Polizist Uwe Hribsek.

Bei der Pumpennachbarschaft Spandickseck pausierte der Zug. „Hier treffen sich alle, die Lust auf friedliches Feiern haben“, sagte der Ur-Millinger Frank Kirchholtes mit den Freunden am Köpi-Tisch. Nach dem Zug war Nelkensamstagsparty an der  Grundschule. arfi

Ossenberg: Die Spukburg rollt in Dauerschleife

Oh, wie ist das schön!“, hat  es in Ossenberg am Tulpensonntag aus den Musikboxen geschallt. Trotz Regen war  im und am Zug richtig gute Stimmung: die Straßen waren voll, in den Garagen der Nachbarschaft wurde die Musik aufgedreht.

Bevor es los ging, rollten die Motivwagen am großen Festplatz an der Kirchstraße vor: der jecke O-Trupp mit seiner Spukburg, der KAG Ossenberg mit Prinz Kai I., der Bärige und Kinderprinzessin Mona I., die Tanzende, das Wunderhaus mit den jungen Narren und die Ossenberger Almhütte warteten schon. Zirkus Spilling, der Zwergen-Aufstand und die Pepperpot-Fußtruppe kamen dazu. Viele verkleidete Besucher konnten es kaum abwarten. Der Zug in Ossenberg ist was Besonderes. Er hat zwar nicht so viele Wagen, aber er fährt mehrere Runden durch den Ort und dauert so viel länger als die meisten anderen Züge der Region.

Einhorn, Marienkäfer und Löwe haben sich gefreut, als die ersten Kamelle aus der Spukburg flogen. Auch wenn das Wetter nicht ganz so doll war, war’s nicht schlimm. Manche hatten Regenschirme dabei und haben die auch mal anders rum gedreht, um Kamelle zu fangen. Die Wagen reihen sich am Rosenmontag auch in Rheinberg. Manche wollen sich auch auf den Weg nach Veen machen. jb

Orsoy: In der Elferratsfähre auf Jungfernfahrt

Von Wind und Wetter ließen sich die Orsoyer Narren nicht aufhalten: Trotz stürmischer Böen und Regengüssen versammelten sich am Tulpensonntag etwa 2000 Narren um Punkt 14.11 Uhr zum Karnevalszug. Thomas Wanke, Geschäftsführer des Orsoyer Karnevalskomitees (OKK), freute sich über die Menge der Besucher: „Unter den Umständen können wir zufrieden sein.“ Ausgestattet mit reichlich Kamelle und anderem Süßkram, waren Wanke und seine Kollegen auf einem ganz besonderen Gefährt unterwegs: Ihre Elferratsfähre war auf Jungfernfahrt. Daneben waren noch sieben weitere Motivwagen im Einsatz. Zudem machten sich zehn Fußgruppen und einige Musikkapellen auf den Weg und komplettierten das bunte Ensemble der insgesamt 20 Truppen. Auch die E-Jugend des SV Orsoy, die KG Grafschafter Funken und der Weseler Kanuclub waren im Umzug im Städtchen am Rhein vertreten. Die Kanuten wählten das zum Wetter passende Motto: „Wir Schlümpfe paddeln nach Schlumpfhausen“. Paddeln gehen musste am Ende aber doch keiner. Gegen Nachmittag ließ der Regen etwas nach. Laute Musik und gut gelaunte Jecken sorgten für eine ausgelassene Atmosphäre, an der auch die äußeren Gegebenheiten nichts zu ändern vermochten. hm

Lüttingen: Die Jugend macht ihren eigenen Umzug

Hinter ihnen steht kein großer Verein, sie organisieren ihren Umzug selbst: In Lüttingen haben Dutzende Kinder und Jugendliche am Sonntag fröhlich Karneval gefeiert. Mit selbst gebauten Wagen zogen sie durch den Xantener Ortsteil und warfen Kamelle, zur Freude vor allem der jungen Anwohner.

Mit Holzlatten, Stoff und Schläuchen hatte zum Beispiel Simon Heinelt (15) sein Gokart in ein schickes Segelflugzeug verwandelt. Andere Kinder rollten in einem Wikingerschiff oder im Hogwarts-Express aus Harry Potters Abenteuern durch Lüttingen. Insgesamt bestand der Zug aus einem Dutzend Wagen, sie waren liebevoll gestaltet worden. Eltern und Großeltern hatten geholfen.

Der Kinder-Gokart-Karnevals-Zug fand bereits zum dritten Mal statt, nach 2015 und 2017. Leonhard Rosseck und Robin Erps hatten die Idee gehabt. Die beiden Jugendlichen organisierten auch in diesem Jahr wieder mit viel Einsatz den Umzug. wer

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(arfi, arflo, jb, hm, wer)
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