Kabarettist Uli Masuth zu Gast im "to hoop" in Rheinberg-Alpsray

Kabarettist Uli Masuth zu Gast in Alpsray : Politische Pointen mit Piano

Der Kabarettist Uli Masuth überzeugte am Freitagabend im „to hoop“ mit differenzierten Überlegungen zum Zustand der deutschen Gesellschaft.

(aflo) Schon in den 80er- und 90er-Jahren, als er noch von Duisburg aus den Niederrhein bereiste, bestach der Kabarettist Uli Masuth bereits mit differenzierten, nachdenklichen Texten und großer Musikalität. Inzwischen lebt der 62-Jährige in Weimar und tourt mit Piano durch die Republik. Aber seinen pointierten Blick auf die Gesellschaft hat Masuth sich behalten.

Und so kamen viele Gäste am Freitagabend nach Alpsray, um Masuths Gastspiel im „to hoop“ zu erleben. „Es sind viele neue Gesichter hier, das freut mich“, sagte Veranstalter Sami Durak, ehe er die Bühne für Masuth freigab. Im Gepäck hatte dieser sein Programm „Mein Leben als Ich.“ „Ich bin katholisch, verheiratet, Familienvater, Kirchenmusiker – in so einem Leben ist kein Platz für Skandale. Dann setzte er sich ans Klavier: „Heute Abend wollen wir uns die großen Fragen stellen, die nach dem Sinn des Lebens, nach dem ich.“ Und stellte zugleich klar: „Ich kann sie zwar nicht beantworten, aber ich kann sie ergänzen um das ,Wohin wollen wir gehen?‘.“

Entsprechend entspannt-subtil platzierte er dann seine politischen Spitzen. „Ich habe geglaubt, es ist einfacher, die Briten bleiben drin und die EU-Länder treten aus“, meinte er zum Thema Brexit. Oder: „Der Klimawandel ist für uns Ältere hier nicht mehr so relevant – aber immerhin sind sie in Berlin gesprungen. Und nicht alle können soviel gegen den Klimawandel beitragen wie Thomas Cooke oder der BER“, gab er bissig zu Protokoll.

Immer wieder thematisierte er Politisches – so wie die „hervorragenden Tweets“ von Donald Trump, die Masuth mit den Worten kennzeichnet: „Es gibt nicht nur eine dunkle Seite der Macht, sondern auch eine blöde.“ Zum Rechtsruck in Deutschland sagte er derweil nur. „Das ist ein Akt der Ehrlichmachung. Wir haben immer so getan, als gäbe es nur ein paar Spinner am rechten Rand und haben dem Potenzial in der Mitte keine Bedeutung beigemessen.“

Dann ätzte er gegen die vorgebliche „Bürgerlichkeit“, die ausgerechnet ein Mann wie Gauland ausdrücke, der „sein Land“ zurückholen wolle. „Was meint er damit? Österreich, die ehemaligen Ostgebiete, Deutsch-Südwest Namibia?“ Da solle man doch lieber „Bauland“ heißen, meinte Masuth sarkastisch. „Dann geht’s da nicht um „Blut und Boden“, sondern um „Grund und Boden.“