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JU-deutschlandtag 2021: Bundesweite Reaktionen auf Kritik von Frederik Paul (JU)

CDU-Wahlkampfnachlese : Im Blickpunkt der Republik

JU-Mann Frederik Paul aus Alpen ist überwältigt von den Reaktionen auf seine Kritik an der CDU. Bestätigung kommt aus ganz Deutschland und aus allen politischen Lagern. Der 25-Jährige bekräftigt seine Haltung.

Frederik Paul (25), Politikmanagement-Student, saß am Montagmorgen im Seminar an der Uni Duisburg-Essen. Doch der Vorsitzende der Jungen Union im Kreis Wesel war noch ganz geflasht von der Flut an Reaktionen auf seine Wortmeldung beim Deutschlandtag der CDU-Parteinachwuchses in Münster. Dort hat der junge Mann aus Alpen in einem leidenschaftlichen Beitrag seiner Mutterpartei „politische Beliebigkeit“ attestiert – begleitet von frenetischem Jubel der politischen Freundinnen und Freunde. Seine Wortmeldung wurde am späten Samstagabend über das ZDF-Heute-Journal in die Wohnstuben der Republik getragen. Das Video, das ein Bild-Redakteur und die JU Köln auf dem Kurznachrichtenkanal veröffentlichten (wir berichteten ausführlich), zählte am Montagmorgen 130.000 Aufrufe. „Wahnsinn“, so Frederik Paul.

Damit hätte er nie und nimmer gerechnet. „Nicht mal im Traum“, sagte der 25-Jährige, der seine Wortmeldung im Vorfeld in der RP angekündigt hatte. Die Rückmeldungen seien überwältigend. Zahllose E-Mails und Kommentare aus der ganzen Republik hätten ihn erreicht, „auch aus politisch konkurrierenden Lagern“, berichtete Paul. Das zeige ihm, dass er offenbar einen Nerv getroffen habe mit seiner von der JU bejubelten Kritik am Wahlkampf-Auftritt der CDU, die nach seiner Ansicht zahlreiche Konfliktthemen umschifft habe und somit konturlos geblieben sei. Sogar Redaktionen überregionaler Medien hätten sich bei ihm gemeldet und Stellungnahmen angefragt.

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Auch zwei Tage nach den Antworten der Generalsekretäre von CDU und CSU, Paul Ziemiak und Markus Blume, bekräftigte Frederik Paul seine Kritik an der Performance der Union im Wahlkampf. Beispielsweise auf der Internetplattform Wahlomat. Dort sei sie auf wichtige Fragen wie nach dem Mindestlohn klare Positionierungen schuldig geblieben. „Das als unseriös abzutun, wird dem nicht gerecht“, so Paul, „andere Parteien, die bestimmt nicht als unseriös gelten, tun sich da weniger schwer.“ Den Vorwurf von CSU-General Blume, dass sich die Bundeszentrale für politische Bildung mit „tendenziösen Fragen an der Demokratie versündigt“, empört den Politikwissenschaftler aus Alpen: „Ich glaube, wir werden wohl keine Freunde mehr.“

Es sei wieder das bekannte Muster, das er in Münster angeprangert habe. „Statt sich ehrlich zu machen und sich selbst zu hinterfragen, werden andere zum Sündenbock für das eigene Versagen gemacht“, so der JU-Politiker. Er kann immer noch nicht begreifen, was er da losgetreten hat. „Wenn man ans Mikrofon tritt, weiß man nicht, was passiert“, so Frederik Paul. „Es kann auch sein, dass man ausgebuht wird oder beredtes Schweigen hervorruft“, sagt er. Dass die Post so abgegangen sei, könne nicht allein mit ihm zu tun haben. „Unmöglich.“

(bp)