Rheinberg: Integration klappt auch im Gemüsebeet

Rheinberg: Integration klappt auch im Gemüsebeet

Dank 6000 Euro des Landes können Flüchtlingsfrauen nun Gemüse anbauen. Gewächshaus und Brunnen am Melkweg.

Stolz posierten Flüchtlingsfrauen, Offizielle und Helfer vor dem kleinen Gewächshaus und den fünf Mini-Parzellen am Melkweg. Am Morgen hatten die neun Frauen, die regelmäßig bei den Treffen der "Tu was"-Genossenschaft ,in der Rheinberger Diakonie-Stelle an der Rheinstraße zusammenkommen, die Beete in knapp einer Stunde angelegt.

Die Idee dazu ging von der Rheinberger Flüchtlingskoordinatorin Britta Jacob aus. "Der Wunsch war schon länger, Gemüse anbauen zu können, aber es fehlte ein Brunnen." Eine Anfrage beim Kreis Wesel ergab, dass sich da was machen ließe, wenn man ein richtiges Projekt daraus machte.

Gesagt, getan. "Britta Jacob hat dann die Anträge gestellt. Über ,Komm an NRW', ein Programm des Landes zur Förderung der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen, sind 6000 Euro geflossen", sagte Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach und freut sich über das erfolgreiche Zusammenspiel der Behörden, der Stadt, der Flüchtlinge und der sieben Ehrenamtlichen, die am Melkweg daran beteiligt sind.

Dazu gehört auch Karl-Heinz Braems, dem die Gärtnerei an der Aloys-Wittrup-Straße gehört. "Man hat mich angesprochen, ob ich dazukomme", sagte er. Er gab den Beteiligten Tipps. "Erst einmal stand nur ein Gewächshaus von der Stadt hier", so Braems. Das Garten-Team legte die Saat für Kohlrabi, Gurken, Kopfsalat und Tomaten. "Und in den Beeten sind jetzt Radieschen, Spinat, Zwiebeln. Später kommen noch Spitzkohl und Wirsing dazu", erläuterte Braems.

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Die Flüchtlingsfrauen warfen dann noch die Plane über die Beete, um sie vor Schnecken und Engerlingen zu schützen, gingen dann in das benachbarte Gebäude, um sich mit Kaffee und Brötchen zu stärken.

"Das bringt eine Menge für das Selbstwertgefühl. Auch wie hier saubergemacht worden ist und die Wege geebnet worden sind. Es wurde Hand in Hand gearbeitet. Integration entwickelt sich durch Gemeinschaft", meinte Flüchtlingsberaterin Bilgenur Zeman. "Die Ernte kann man am Melkweg oder bei ,Tu was' zum Kochen verwerten", ergänzte Petra Platzek, die sich ebenfalls um Flüchtlinge kümmert.

Die Frauen wollen das Areal auch weiterhin pflegen, kündigte "Tu was"-Projektleiterin Birgit Kraemer an. Sie erkannte ein begeistertes Leuchten in den Augen der Flüchtlingsfrauen und freute sich darüber. "Das hat viel Spaß gemacht", bestätigte die 28-jährige Irakerin Aishan lächelnd diesen Eindruck. Und für die ein Jahr ältere Syrerin Huda Darwish "war es das erste Mal, aber es ist schön, alles einzupflanzen."

(aflo)