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Inovyn in Rheinberg spendet für ein Caritas-Projekt, das Generationen zusammenführt

Wirtschaft in Rheinberg : Spende an ein junges Netzwerk für Alte

Die Caritas-Aktion „Von Rheinbergern für Rheinberger“ kümmert sich täglich um mehr als 200 ältere Menschen. Jetzt gab’s eine Spende aus dem Werk Inovyn.

Als im März das ganze Ausmaß der Corona-Pandemie deutlich wurde, hat Sir Jim Ratcliffe gehandelt. Der Vorstand des Chemiekonzerns Inovyn/Ineos legte einen Hilfsfond über eine Million britische Pfund auf, um wohltätige Einrichtungen in der Nachbarschaft der Werkstandorte, die direkt von der Pandemie betroffen sind, zu unterstützen. Das Besondere: Die Mitarbeiter sollten Vorschläge einreichen und darüber abstimmen, wer eine finanzielle Unterstützung erfährt. Die 420 Beschäftigten des Rheinberger Werks entschieden sich neben Spenden für die Tafel und die Schulmaterialkammer dafür, der Caritas einen Betrag in Höhe von 7500 Euro zukommen zu lassen.

Hintergrund ist deren Projekt „Von Rheinbergern für Rheinberger“, das im Haus an der Goldstraße schon lange in der Schublade liegt. „Die Idee dahinter ist, dass Jugendliche älteren Mitbürgern Zeit schenken und dafür von uns eine kleine Aufbesserung ihres Taschengeldes bekommen“, erklärt Manuel Kutz, Leiter der Kinder- und Jugendhilfe im Caritasverband. Rund 220 Senioren und Seniorinnen fahren die Mitarbeiter der Rheinberger Caritas täglich an.

Für ältere Menschen ist das in Corona-Zeiten oft der einzige soziale Kontakt. Auf Hilfe beim Einkauf oder im Garten müssen sie bislang verzichten. „Manchmal reicht es schon, einfach da zu sein und zu reden oder spielen. Von dem Spendengeld werden wir einige Sets mit Gesellschaftsspielen zusammenstellen, die wir den Jugendlichen mitgeben“, sagt Manuel Kutz. Ein entsprechendes Netzwerk existiert bereits. Mit Schülern der Europaschule, an der es eine Arbeitsgruppe Verantwortung gibt, wurden inzwischen Gespräche geführt. „Die Schülerinnen und Schüler sind jetzt schon aktiv. Einige haben selbstständig Flyer erstellt mit dem Titel ,Ich helfe Dir’ und sie verteilt“, so Kutz.

„Fühl’ Dich gedrückt“: eine der Postkarten, die in Apotheken ausliegen. Foto: CV

Caritas-Mitarbeiterin Sandra Handwerk hat ähnliche Erfahrungen gemacht: „Wir wissen seit einiger Zeit von dem Wunsch der Jugendlichen, sich für ältere Mitmenschen einzusetzen.“ Mitunter tut es einfach gut zu wissen, dass jemand an einen denkt. Das weiß man auch bei der Caritas und hat von einem Teil der Spende außergewöhnliche Postkarten anfertigen lassen. Kutz: „Kinder aus Tageseinrichtungen haben Hintergründe gemalt und sich nette Sprüche ausgedacht.“ Die ansprechenden Karten mit Botschaften wie „Schön, dass es dich gibt“ oder „Fühl dich gedrückt“ will man nun in den Hausarztpraxen und Apotheken der Stadt verteilen.

Wer möchte, darf sich eine für die Oma oder den Opa mitnehmen. Sie können aber auch mit einem netten Gruß und der Adresse versehen dort gelassen werden. „Wir sammeln die Karten ein, frankieren und verschicken sie“, verspricht Manuel Kuntz, der jetzt darauf hofft, dass die Projekte nach der Anschubfinanzierung selbstständig weiterlaufen: „Es wäre schön, wenn sich weitere Sponsoren und Helfer finden, damit ein Projekt wie ,Von Rheinbergern für Rheinberger’ ohne großen Steuerungsaufwand weiter am Leben gehalten werden kann.“