Chemiewerk in Rheinberg Ammoniak tritt aus – ein Verletzter bei Inovyn

Rheinberg · Bei Inovyn in Rheinberg ist es am Donnerstag zu einem Zwischenfall gekommen. Bei Instandhaltungsarbeiten ist das Gas Ammoniak ausgetreten.

 Das Inovyn-Werk in Rheinberg.

Das Inovyn-Werk in Rheinberg.

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Im Rheinberger Chemiewerk Inovyn hat es am Donnerstagmittag einen Arbeitsunfall gegeben. Während Instandhaltungsarbeiten in einem Kompressorgebäude ist gegen 14 Uhr das Gas Ammoniak ausgetreten, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei sei ein Mitarbeiter verletzt worden. Er sei ambulant behandelt worden. Vorsorglich sei die Feuerwehr Rheinberg hinzugezogen worden. Ihre Messungen hätten bestätigt, „dass für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestand“. Das Ammoniak sei lokal ausgetreten, von dem Gas sei nichts nach außen gedrungen, versicherte ein Sprecher.

Nach Angaben der Werkfeuer hatte der Mitarbeiter ein Ventil austauschen wollen. Dabei sei ätzendes Ammoniak ausgetreten, das sich in einer angeschlossenen Rohrleitung befunden habe. Werksarzt Robert Moog habe den Mann umgehend behandelt, er habe leichte Verätzungen erlitten. Die Werksfeuerwehr „Vereinigte Sicherheitsunternehmen Rheinberg“ ist für den gesamten Solvay-Industriepark zuständigen. Inovyn ist ein ehemaliger westlicher Werksteil von Solvay. Zunächst war die Rede davon, dass bis zu 27 Mitarbeiter giftige Dämpfe eingeatmet hätten und notärztlich versorgt werden mussten. Das wurde vom Unternehmen dementiert.

Die Freiwillige Feuerwehr Rheinberg war über Sirenen alarmiert worden. Mehrere Rettungsfahrzeuge waren im Einsatz. Ebenso war der bei der Bezirksregierung Düsseldorf angesiedelte Arbeitsschutz eingebunden. Mitarbeiter aus den Fachdezernaten für Umweltschutz und Arbeitsschutz seien mit der Ermittlung der Ursache befasst, teilte eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage der Redaktion mit. Weitere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Mit der Inovyn Deutschland GmbH wurde im Jahr 2015 ein Gemeinschaftsunternehmen von Solvay und dem Schweizer Chemie-Unternehmen Ineos gegründet. Dieses Joint-Venture war von Beginn an auf drei Jahre angelegt, inzwischen hat Ineos das neue Unternehmen komplett übernommen. Zu Inovyn in Rheinberg gehören die VC-, PVC- und AE-Fabriken, die Elektrolyse, die Di- und Polyglycerinanlage, außerdem das Zentrallabor sowie die Verwaltung an der Ludwigstraße, die Werkfeuerwehr, der Arbeitsmedizinische Dienst und der Werkschutz.

Inovyn stellt die chemischen Grundstoffe für Produkte her, die sich später auf vielfache Weise im täglichen Leben wiederfinden: Fenster, Kabel, Rohre, Kunststoffteile im Auto, Verpackungen oder Zubehör für die Elektro- und Bauindustrie.