Initiative kämpft um den Baerler Busch zwischen Rheinberg und Duisburg

Protest gegen geplante Fällungen : Initiative kämpft um Baerler Busch

Mehr als 1000 Unterschriften gegen die geplanten Baumfällungen wurden gesammelt.

Das waren interessante Nachrichten zu Beginn des dritten Treffens der Bürgerinitiative „Baerler Busch ist bedroht“, die wieder im Schwarzen Adler in Vierbaum stattfand: Schon mehr als 1000 Unterschriften haben die Bürger gesammelt, für den Stopp der anstehenden groß angelegten Baumfällungen im Wald. „Wir haben großen Zuspruch erfahren“, berichtete Doris Muelverstedt, eine Sprecherin der Initiative. „In Duisburg, Rheinberg und Moers haben wir viele Bürger informiert. Alle wollten sich mit ihrer Unterschrift für unseren Wald einsetzen.“

Auch der Antrag, den SPD und Grüne in die Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl eingebracht hatten, sei ein voller Erfolg gewesen. Wie Peter Bosch (SPD) und Dietmar Beckmann (Grüne) berichteten, sei dort einstimmig beschlossen worden, dass sich Duisburg beim Regionalverband Ruhr (RVR) für den sofortigen Stopp der geplanten Fällmaßnahmen einsetzen soll. „Haltet das Thema weiter am Kochen, damit wir euch helfen können“, gab Beckmann der Bürgerinitiative mit auf den Weg.

Der RVR als Besitzer des Waldes habe bisher noch kein Einlenken signalisiert, sondern beabsichtige im Gegenteil, noch im Oktober mit dem Fällen der Bäume zu beginnen, hieß es. Bei der Sitzung der Bürgerinitiative wurde mit Hochdruck an weiteren Maßnahmen gearbeitet, um die Öffentlichkeit zu alarmieren und den RVR doch noch umzustimmen.

So werden nun weiter Unterschriften gesammelt, E-Mails an Politiker und den RVR geschrieben, Banner aufgehängt. Einige Bürger werden an der Waldbegehung des RVR am Samstag, 26. Oktober, teilnehmen, wo dieser aus seiner Sicht über die Waldpflegemaßnahmen informieren wird. Die Bürger wollen dort mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommen und gegen die Fällungen protestieren.

In einem Punkt waren sich alle Teilnehmer einig: Angesichts des durch Klimawandel, Trockenheit und Hitze gestressten Waldes sei jetzt die beste Pflegemaßnahme, den Baerler Busch in Ruhe zu lassen, damit er sich ausreichend regenerieren könne.

Bereits Mitte Oktober hatten sich rund 100 überwiegend Baerler, Rheinberger und Moerser im Baerler Busch getroffen. Sie sahen in den Holzfällungen, die dort bereits erfolgt oder geplant sind, eine große Bedrohung des Waldes. In Kleingruppen wanderten sie durch den Wald, wo an ausgewählten Stationen Baumexperte Gernot Fischer über die Folgen der Baumfällungen informierte.

Anhand gelber oder roter Markierungen kann man sehen, welche Bäume des Baerler Buschs in der nächsten Zeit fallen werden. Darunter seien nicht nur kranke, sondern auch gesunde, starke Bäume, die den Sägen zum Opfer fallen sollen. Der RVR als Eigentümer des Waldes betreibt dort Holzwirtschaft. Die Bürger waren sich einig, dass das Waldkonzept wegen des Klimawandels und nach zwei Dürresommern umgeplant werden müsse.

Das nächste Treffen der Bürgerinitiative „Baerler Busch ist bedroht“ findet am kommenden Mittwoch, 30. Oktober, um 19.30 Uhr, im Saal der Gaststätte Schwarzer Adler, Baerler Straße 96, in Vierbaum statt. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Initiative:

www.baerler-busch-ist-bedroht.de

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