In Veen bleibt die Kirche nicht im Dorf

Unsere Woche: In Veen bleibt die Kirche nicht im Dorf

Sind die Dörfer vom Aussterben bedroht? „Nein“, sagt Michael van Beek entschieden. Veens Ortsvorsteher will es aber nicht damit bewenden lassen. Er will ein Niederrhein-Netzwerk knüpfen, um genau zu sein. Die Idee allein ist schon einen kräftigen Applaus wert.

Ich bin ein Kind vom Dorf. Aufgewachsen in Till-Moyland – ein noch nicht einmal 1000-Seelen-Dorf im Kreis Kleve. Mein Elternhaus liegt weit außerhalb, der nächste Nachbar ist 300 Meter entfernt. Bis zum Dorfkern sind es drei Kilometer. Als ich klein war, gab es dort mehrere Kneipen, ein Maler-Geschäft, eine Bankfiliale und einen Tante-Emma-Laden. Davon ist heute nur noch eine Gaststätte übriggeblieben.

Michael van Beek hat ähnliche Erinnerungen. Sie alle kamen hoch, als er vor einem Jahr das Buch „Rettet das Dorf“ von Gerhard Henkel gelesen hat. Ein leidenschaftliches Plädoyer für das Landleben. Veens Ortsvorsteher war infiziert. Zusammen mit Sascha van Beek und Irmgard Höpfner wurde die Idee der Veener Dorfgespräche geboren.

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Nun kann man sagen: typisch Veen. Das ist richtig. Alpens Dorf beweist immer wieder, dass man etwas bewegen kann. Dass das Dorf lebendig ist. Man kann aber auch sagen: weiter so! Denn eins ist auch klar: Es braucht Menschen, um als Dorf erfolgreich zu sein. Macher, die andere motivieren. Michael van Beek ist so einer. Sascha van Beek und Irmgard Höpfner sicherlich auch. Nicht zu vergessen Lukas Hegmann von der Landjugend. Oder das Team vom Spargelhof Schippers. Sie alle tun sicherlich auch was für sich, sie tun aber vor allem etwas fürs Gemeinwohl, für ein lebendiges Dorf.

Dass sie aber auch über ihren Kirchturm hinaus denken, beweisen nun die 1. Veener Dorfgespräche am Donnerstag, 15. November. Ziel der Veranstaltung ist es, ein übergreifendes Netzwerk zu initiieren. Denn mal ehrlich: Die Bank, die sich zurückzieht, der Laden, der schließt – das alles ist kein Veener Problem. Es ist auch kein Tiller Problem. Es ist ein dörfliches Problem. Und somit ist es allemal ehrenwert, dass sich diese Männer und Frauen dieses Thema in ihrer Freizeit annehmen. Chapeau!

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