1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

In der Corona-Krise schließt die Lebenshilfe Niederrhein ihre Werkstätten

Kampf gegen Corona in Veen : Lebenshilfe schließt ihre Werkstatt auch in Veen

Aus Sorge um die rund 800 Mitarbeiter mit Handicap,viele von ihnen mit Vorerkrankungen.

Auch die Werkstätten der Lebenshilfe Unterer Niederrhein, darunter die in Veen, werden vorerst bis zum 19. April geschlossen. „Wir sind sehr froh über diese Entscheidung“, sagt Geschäftsführer Mike Stefan Töller. „Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat oberste Priorität.“ Nicht wenige der Beschäftigten gehören aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe beim Coronavirus.

Die Lebenshilfe hatte schon vergangene Woche einen Krisenstab einberufen, um sich auf die Lage einzustellen, so Töller, der auf Kritik antwortet, dass die Werkstätten früher hätten geschlossen werden sollen. „Wir haben eine Gesamtverantwortung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den Werkstattbereich hinaus“, erläuterte Töller. 800 Menschen mit Handicap arbeiten in den Werkstätten in Veen, Rees und Wesel. „Für alle müssen wir eine ausreichende Betreuung und Versorgung langfristig sicherstellen“, sagt der Geschäftsführer.

 Seit dem Wochenende hat der Krisenstab die Bedarfe in den verschiedenen Wohnformen ermittelt und versucht, diese mit Ressourcen aus den anderen Organisationsbereichen wie Kindertagesstätten, Freizeittreffs, Familienunterstützenden Dienst sowie den Werkstätten zu besetzen. „Wir sind stolz, dass innerhalb unserer Organisation eine so große Solidarität vorherrscht“, freut sich Töller. Die Produktion sei gesichert: „Notfalls helfen wir mit Leuten aus der Verwaltung aus.“ Der Krisenstab trifft sich täglich, um auf Entwicklungen zu reagieren.