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In Budberg werden Bäume gefällt

Forstarbeiten in Rheinberg : In Budberg werden Bäume gefällt

Der Wald von Roderich Freiherr von Loë wird bereits ausgedünnt. Vom 1. bis zum 13. März sind die Wolfskuhlenallee und ein Stück des Vierbaumer Wegs komplett gesperrt. Kranke Bäume, die nah an der Straße stehen, müssen weg.

Die Wolfskuhlenallee in Budberg wird von Montag, 1. März, bis Samstag, 13. März, komplett gesperrt. Die Stadt hat die Sperrung bereits genehmigt, beantragt hat sie Forstwirt Roderich Freiherr von Loë. Ihm gehören große Waldflächen in Budberg. „Wir müssen entlang der Wolfskuhlenallee sowie am Vierbaumer Weg Bäume fällen, um der Verkehrssicherungspflicht zu genügen“, so von Loë. „Die Bäume sind krank und es besteht die Gefahr, dass sie bei einem Sturm umstürzen oder dicke Äste herunterstürzen. Das Risiko können wir nicht eingehen.“ Auch auf einer Fläche an der Ecke Spanische Schanzen/Raiffeisenstraße müssen einige Bäume zu den Gärten der Anwohner gefällt werden.

Bei einem Rundgang durch den Wald weist Freiherr von Loë auf betroffene Bäume hin. Vor einer sicher 30 Meter hohen Buche bleibt er stehen und deutet zunächst auf daneben liegende dicke Äste und dann auf die ausgedünnte Krone des Baums. „Da“, sagt er, „einfach heruntergekracht. Und das gleich neben der Straße. Das ist gefährlich.“ Den Baum schätzt er auf „gut und gerne 100 Jahre“. Im unteren Bereich des Stamms zeigt er schadhafte Stellen: „So wie diese Buche sind auch viele andere vertrocknet oder verfault.“

 Meist faulen die Bäume von innen.
Meist faulen die Bäume von innen. Foto: Armin Fischer ( arfi )

Große Sorgen bereiten dem Waldbauern auch Ahornbäume. Viele fallen durch nahezu schwarze Stämme auf. „Das ist die Rußrindenkrankheit, ein Pilz, der die Bäume kaputt macht.“

 Der Harvester fällt Akazien und entastet sie in Sekundenschnelle.
Der Harvester fällt Akazien und entastet sie in Sekundenschnelle. Foto: Armin Fischer ( arfi )

Roderich Freiherr von Loë hat einen Unternehmer beauftragt, der bereits im Wald arbeitet: ein Niederländer, der mit seinem Harvester-Fahrzeug ganze Arbeit leistet. Der rote Bolide hat sich eine Schneise durch das Unterholz gepflügt und steht nun mitten in einem Akazienwald. Der Greifer packt einen kräftigen Baumstamm, die Motorsäge setzt sich in Bewegung und fällt den Baum in Sekundenschnelle, bevor der Greifarm die Äste vom Stamm entfernt und ihn anschließend in gleichlange Stücke schneidet. Aus dem Akazienholz werden möglicherweise Pfähle für Staketenzäune gemacht.

Dass der Harvester nicht am Straßenrand, sondern weit davon entfernt arbeitet, hat einen Grund: „Hier geht es nicht um Verkehrssicherungspflicht, sondern um eine Verjüngung“, so von Loë. „Das sind waldpflegerische Maßnahmen, die wir jedes Jahr durchführen.“ Kranke Bäume entnehmen, damit die jungen Triebe Licht und Luft bekommen – das ist die Devise. „So betreiben wir nachhaltige Forstwirtschaft“, erläutert der Budberger. „Am Ende des Tages wollen wir ja keinen homogenen Wald haben, sondern eine gesunde Mixtur.“ Alte und junge, große und kleine Bäume, verschieden Arten. Nur der genutzte, also bewirtschaftete Wald – dieser Hinweis ist von Loë noch wichtig – speichere CO2; der nicht genutzte gebe durch das Totholz Kohlendioxid ab.

Forstwirte wie der Chef von Wolfskuhlen lassen aber mitunter auch tote Bäume stehen. Und zwar dann, wenn sie auch im Falle eines Umsturzes keinen Schaden anrichten. Wie ein kranker Ahorn inmitten von gesunden Douglasien. Auch das Gegenbeispiel findet sich: Eine gesunde, widerstandsfähige Traubeneiche wird gefällt, weil sie der Krone einer gleich nebenan stehenden deutlich größeren Traubeneiche ins Gehege kommt. „Das ist der Überhälter“, so der Forstwirt. „So eine Art ,Papa-Baum’. Der ist wichtig als Samenproduzent.“

Insgesamt bereite ihm der Zustand der Wälder viel Kummer, gesteht von Loë. Er besitzt auch große Waldflächen im Sauerland. Überwiegend stehen dort Fichten. Von denen bleibe so gut wie nichts übrig. Alles kaputt durch den Borkenkäfer.

Wie viele Bäume in Budberg gefällt werden, vermag der Unternehmer noch nicht zu sagen. Mit Gewinnen aus dem Verkauf rechnet er nicht: „Bei solchen Maßnahmen zahlen wir als Forstwirte am Ende in der Regel noch drauf.“