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Rheinberg: Im Veener Zug ist die Zukunft zu Hause

Rheinberg : Im Veener Zug ist die Zukunft zu Hause

Ein wunderschöner Rosenmontagszug mit 43 Einheiten lockte gestern rund 12 000 Menschen ins Krähendorf.

Wenn die Zukunft so bunt, fröhlich, lustig und herzlich wird wie der 45. Veener Rosenmontagszug unter dem Motto "Zurück in die Zukunft", dann muss man sich vor den kommenden Jahren nicht fürchten. 43 Einheiten (acht weniger als im Vorjahr) — Wagen, Fußgruppen und Musikzüge — und rund 12 000 schön kostümierte Besucher sorgten für ein irres Zugerlebnis. Ein Zug, vor dessen Beginn eine ungewöhnliche Aktion geschaltet wurde: Zu Ehren des verstorbenen Leiters des Tambourcorps Veen, Tom Heien, baten Veenze-Kräje-Präsident Mike Gesthuysen und Ortsvorsteher Charly Schweden um eine Schweigeminute.

Dann aber setzte der neue Zugleiter Markus Königs den Tross in Bewegung. Die Rheinberger und Alpener Handballer von Viktoria Alpen versprachen gut gelaunt "Gemeinsam sind wir stark". Das Alpener Kinderprinzenpaar Pia und Jan chauffierte seinen bunten Bauernhof durch das Krähendorf, bevor sich die Alpener Junggesellenschützen in Pippi-Langstrumpf-Aufmachung präsentierten.

Kaum hatte man sich an ein Bild gewöhnt, versetzte das nächste in Staunen. Die "Landeier" rockten die Dorfstraße in gemäßigter Lautstärke, die Smileys herzten in Schwarz und Gelb, gefolgt vom Tambourcorps Birten mit Helmut Reis an der Spitze. "Ein Mann der ersten Stunde", lobte Kommentator Charly Schweden, der sich mit Karl-Heinz Kamps am Mikrofon abwechselte. Beide beherrschten ihr Handwerk.

Rheinberg war diesmal so präsent wie lange nicht — im Zug und an dessen Rändern. Das hatte auch mit Jonges-Prinz René zu tun, der mit dem Narrenschiff "Berka 4" anrollte. Im jecken Rheinberg groß geworden, in Veen zu Hause. Karnevalisten durch und durch eben, diese de Lattrés. Klar, dass auch der "Rhinberske Jonges Marsch" angestimmt wurde. Aus Borth war Prinzessin Petra mit Gefolge gekommen und schaufelte Unmengen Kamelle ins Publikum. Sehr schön auch der Wagen des Borther Kegelclubs "Die Unwissenden". "Borth ist über ALL" war da zu lesen. Eine Rakete war ihnen sicher. Die "Schürsitters" bekamen Applaus für ihren "Santa Veen Express", die "Tippsies" dafür, dass sie sich als nette Hexen erwiesen.

Riesige Wagen führten die als Schlümpfe verkleideten "Spätzünder" und auch der Kegelclub "Rin inne Kopp" mit selbst gebauten WM-Stadion" vor. Ein Thema, das auch der Elferrat Winnenthal und die Kegelgötter aufgriffen. Sie hatten die Cristo-Redentor-Statue aus Rio nachgebaut. Den Vogel schoss die laute und schrille "Chaos Clique" ab: Die jungen Leute ließen in vier Metern Höhe einen echten Opel Corsa vom Stapel laufen. Der Büdericher Elferrat behauptete: "Veen will das Dorf der Krähen sein, aber leben tun sie in Büderich am Rhein." Auch Birten spielte ein Rolle im Zug. Dort möchten die "Kegeltubbies" eine Weiche ins Schienennetz einbauen, damit man Veen mit dem Zug erreichen kann. Ein schönes Stück Veener Zukunftsmusik.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Großer Rosenmontagszug 2014 in Veen

(RP)