HVV Alpen veranstaltete 33. Mundartfrühschoppen im Saal Thiesen

Mundartfrühschoppen des HVV Alpen : Gute Stimmung dank Dönekes op Platt

Zum 33. Mal fand am Sonntag der Mundartfrühschoppen des Heimat- und Verkehrsvereins Alpen statt. Es wurde ein kurzweiliger Vormittag.

„Die alten Geschichten hören sich auf Platt einfach besser an“, erklärt Franz-Josef Spölmink, Vorsitzender des Alpener Heimat- und Verkehrsvereins (HVV). Der hatte am Sonntag zum inzwischen 33. Mundartfrühschoppen in den Bönninghardter Gaststätte Thiesen geladen. Wer das diesjährige Motto: „Ons Modersprok ess ons Dörps Platt, sej kömmt ons Läwe lang üt uns Hatt, ok fan Dak mäkt sej noch senn för uns Läwe, on düt ons noch föll nette Erinnerunge gäwe“ verstand, der war bei Schnittchen und Fisternöllekes sehr gut aufgehoben.

Für die rund 160 Besucher, die der Einladung gefolgt waren, ist die plattdeutsche Sprache ohnehin mehr als nur ein Dialekt, es ist die Melodie ihrer Heimat. Für die inhaltliche Gestaltung brauchte der Verein die Alpener nicht lange bitten. „Wir haben einen Aufruf gestartet und zwei Wochen später stand das Programm mit insgesamt 14 Akteuren fest“, erzählt Geschäftsführerin Bettina Witt.

Den Auftakt gestaltete ein musikalisches Quartett, bestehend aus Mia Kanders, Erika Heinemann, Heinz Wellmann und Johannes „Chang“ Schmitz mit dem Plattproter-Lied, das alle im Saal lautstark mitsangen. Geschrieben hatte diesen wunderschönen Titel Alpens Plattspräker-Ikone Christel Tinnefeld. Die präsentierte sich dieses Mal als „Greta von der Hei“ und philosophierte in ihrer unnachahmlichen Art über den Klimawandel. So müssen die armen Vögel immer weiter fliegen, damit sie noch ein paar Körner ohne Gift mitkriegen. „Überall wird mit Gift hantiert, ich wundere mich, dass der Mann da oben nicht die Geduld verliert. Wo ist die Welt, die er uns gegeben hat?“, wollte Tinnefeld wissen.

Moderiert wurde der kurzweilige Vormittag von Günter Peschges und Fritz Nühlen, der sich in dem Vortrag „Op Tsigäärke oder Piep, ohne schmooke nit völl liep“ an den blauen Dunst seines Vaters erinnerte: „Zweimal in der Woche hat er mit den Nachbarn Karten gespielt. Die rauchten auch alle, so dass man nach kurzer Zeit in der Stube nicht mehr viel sehen konnte.“ Peschges griff den Vortrag gekonnt auf: „Sich das Rauchen abzugewöhnen, ist kinderleicht. Ich habe das schon hundertmal geschafft.“

Bevor der zweite Vorsitzende des HVV dann selbst ans Rednerpult trat, musste er gestehen, noch ein Plattspräker-Azubi zu sein. Zu hören war das in seinem süffisanten Vortrag aber kaum. Darin erzählte Alpens amtierender Schützenkönig davon, wie es dazu kommen konnte. Schon die Zusammenstellung des Throns erwies sich dabei als nicht einfach, denn alle potenziellen Thronpaare bewirteten ihn ausgiebig mit Bier und Schnaps. „Ich habe gedacht, bis es überhaupt zum Schießen kommt, sind wir alle Alkoholiker.“

Erzählt wurden hauptsächlich Dönekes aus der Kindheit, so auch von Erika Heinemann. Sie erinnerte sich an das „Goggo Coupe“ ihres Vaters. Der Wagen war derart durchgerostet, dass sein Besitzer sich die Fahrt zum TÜV sparte. „Plötzlich holte mein Vater eine Axt, haute den Wagen mittendurch und bastelte daraus kurzerhand einen Anhänger.“

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