Rheinberg: Hilfe, wenn Verdacht auf Demenz besteht

Rheinberg: Hilfe, wenn Verdacht auf Demenz besteht

Die gerontopsychiatrische Beratungsstelle für den linksrheinischen Teil des Kreises Wesel besteht seit zehn Jahren im Nikolaus-Hospital in Rheinberg. Bettina Schilling berät Senioren mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige.

Es sind die Kleinigkeiten im Alltag, an denen meist den Angehörigen älterer Menschen deutlich wird: Hier stimmt was nicht. Nicht immer müssen verbummelte Schüssel, vergessene Termine oder ein verändertes Verhalten alarmierende Zeichen sein, doch oft sind dies erste Hinweise auf eine beginnende Demenzerkrankung. Manchmal steckt auch eine Depression oder Suchterkrankung dahinter. In jedem Fall gilt: Je früher diese erkannt wird, desto besser.

Das betonte Bettina Schilling von der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle des Moerser St.-Josef-Krankenhauses im St.-Nikolaus-Hospital Rheinberg. Seit genau zehn Jahren bietet sie Menschen ab 65 Jahren mit altersbedingten psychischen Erkrankungen sowie deren Angehörigen im linksrheinischen Teil des Kreises Wesel kostenlos Beratung und Unterstützung.

Der größte Beratungsbedarf besteht in der Tat bei Demenzerkrankungen. "Dann sind es in erster Linie Angehörige, die Rat suchen", bestätigt Ralf H. Nennhaus, Geschäftsführer der St.-Josef-Krankenhaus GmbH. Denn die sehen sich einer veränderten familiären Situation gegenübergestellt: Wo gibt es welche Hilfen, wo kann ich was beantragen und wer kann mir helfen?

Bettina Schilling hört sich die Fragen und Nöte der Angehörigen an. "Viele schildern mir zunächst die Symptome", berichtet die Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für psychiatrische Pflege. In Folge informiert sie ausführlich über Krankheitsbilder, Möglichkeiten der Diagnostik, Therapien und Betreuungsmöglichkeiten.

Und nicht nur das: Schilling ist auch das "Navi" durch den Dschungel der Sozialgesetzgebung. "Es ist ganz wichtig, gerade die Angehörigen hier ganz individuell zu beraten - dazu mache ich auf Wunsch Hausbesuche", so Schilling, die auch bei der Beantragung einer Pflegestufe zur Seite steht.

Im Durchschnitt 250 neue Fälle bearbeitet sie pro Jahr - neben den "Alt-Fällen", bei denen sie aufgrund fortschreitender Erkrankung und sich damit ändernden Anforderungen zurate gezogen wird. Daneben bietet die gerontopsychiatrische Beratungsstelle auch Pflegekurse für Angehörige von Demenzerkrankten, in denen in erster Linie der Umgang mit diesen Menschen vermittelt wird. Außerdem können sich betroffene Angehörige beim Gesprächskreis in St. Nikolaus Rheinberg austauschen.

Für die Zukunft wünscht sich Bettina Schilling vor allem zwei Dinge: Das Angebot bei den Bürgern im Kreis Wesel noch bekannter zu machen und eine bessere Zusammenarbeit mit den Haus- und niedergelassenen Fachärzten. "Nur wenige finden bislang den Weg über die Praxen zu uns", berichtet Bettina Schilling aus Erfahrung.

Immer noch seien viele Bürger zu schlecht über die sich bietenden (Betreuungs-)möglichkeiten informiert; zu schnell werden Betroffene in einem Altersheim untergebracht, statt den Lebensabend möglichst lange in gewohnter häuslicher Umgebung zu verbringen.

Kostenlose Beratungstermine finden wie folgt statt: St.-Josef-Krankenhaus Moers: donnerstags und freitags, 8 bis 16 Uhr, Telefon 02841 1076843. St. Nikolaus Rheinberg: montags, dienstags und mittwochs, 8 bis 16 Uhr, Telefon 02843 179148 St. Josef Xanten: an jedem dritten Dienstag im Monat von 10 bis 12 Uhr und nach Absprache. Anfragen können per E-Mail an bettina.schilling@st-josef-moers.de gerichtet werden.

(RP)