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Heizquelle Müllofen: Rheinberg will Wärmegesellschaft gründen

Energiewende in Rheinberg : Müllofen soll Rheinberg beheizen

Der Rat beschließt die Vorbereitung einer Wärmegesellschaft mit den erfahrenen Partnern Gelsenwasser und Stadtwerke Krefeld. Das klimafreundliche Projekt verspricht allen Beteiligten Gewinn – auch dem Hausbesitzer.

Der Rat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit großer Mehrheit den Turbo gezündet, um ordentlich Fahrt aufzunehmen, den Klimaschutzzielen rasch näher zu kommen. Die Verwaltung hat den Auftrag mitgenommen, die Gründung einer Wärmegesellschaft vorzubereiten. Die soll maßgeblich von Gelsenwasser und den Stadtwerken Krefeld gezogen werden, die viel Erfahrung einbringen und mit denen die Stadt als Partner erfolgreich einsteigen will in den Aufbau eines Fernwärmenetzes. Das soll die Innenstadt und angrenzende Wohnquartiere – insgesamt etwa 11.000 Einwohner – sowie Gewerbegebiete mit 9000 Beschäftigten klimafreundlich mit Heizenergie versorgen.

Vertreter von Gelsenwasser und Stadtwerke ermutigten die Politik im Stadthaus zur energetischen Wende, die sich nicht nur für die Umwelt, sondern für alle Beteiligten, nicht zuletzt auch für den Kunden auszahlen werde. Zumindest in der „ersten Welle“. Die professionellen Versorger sprachen von einer „historischen Chance“ für Rheinberg.

Als Heizquelle soll in der Nachbarschaft der gigantische Müllofen Asdonkshof Öl und Gas verdrängen. Dessen Abwärme würde sonst weiter ungenutzt nur heiße Luft produzieren. Die stillgelegte Bahntrasse sei ideal für eine Wärmeleitung, so dass dafür keine Straßen aufgerissen werden müssten.

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Abnehmer für Netzwärme sind offenbar in ausreichendem Maß vorhanden, hat eine von der Stadt in Auftrag gegebene Potenzialanalyse ergeben. Daher sei ein Wärmenetz für Investoren hier lukrativ – wohl auch ohne von Kritikern befürchteten Zwang für Hausbesitzer, ans „nachhaltige Netz“ zu gehen. Durch erhebliche öffentliche Förderung dieser innovativen Energieversorgung sei für Verbraucher ein attraktiver Preis zu erwarten, zumal im Gegenzug gesetzliche CO2-Abgaben künftig weiter steigen dürften. So seien Gelsenwasser und Stadtwerke froh, in Rheinberg „auf der grünen Wiese ein solches Pilotprojekt“ in Angriff nehmen zu dürfen.

Bedenken, dass wegen technischer Störungen im Winter in weiten Teilen der City künftig die Heizungen kalt bleiben könnten, versuchten die Referenten, denen die Kritiker zumindest einen guten Verkaufsjob attestierten, zu zerstreuen. Um Versorgungssicherheit müsse sich niemand sorgen.

Mit der Kreis Weseler Abfallgesellschaft (KWA) haben Rheinbergs Wärmenetzpartner bereits gesprochen, um sicherzugehen, dass genug bislang ungenutzte Abwärme zur Verfügung steht. Letztlich überwog im Rat Zuversicht durchaus vorhandene Skepsis, so dass sich eine große Mehrheit fand, „den Fuß in die Tür zu stellen“, um künftig klimafreundlich zu heizen. Bis Ende des Jahres, heißt es aus dem Stadthaus, soll das Vertragswerk für die Gesellschafter unterschriftsreif sein.

(bp)