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Heimatverein Herrlichkeit: Geschäfstführer Glanz tritt zurück

Ehrenamt in Rheinberg : Unruhige Zeiten bei der „Herrlichkeit“

Geschäftsführer Ulrich Glanz tritt zurück. Noch hofft der Vorstand hofft auf Einlenken bei Marktmeister Carsten Kämmerer, der zum Jahresende ebenfalls aufhören wollte, zumindest unter der Ägide der Heimatfreunde.

Das war für den Heimatverein Herrlichkeit Ossenberg ein Paukenschlag: Ulrich Glanz ist mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer zurückgetreten. Die Handlungsfähigkeit des Vereins ist aber weiterhin gegeben. Neben dem Vorsitzenden Hans Dröttboom gehören Rüdiger Krieger und Gisela Irawan weiter dem geschäftsführenden Vorstand an.

Wenn auch zum jetzigen Zeitpunkt völlig unerwartet, so hatte sich diese Entwicklung für Leute, die dem Verein nahestehen, abgezeichnet: „Bereits bei der letzten Mitgliederversammlung habe ich signalisiert, nicht mehr kandidieren zu wollen“, sagte Ulrich Glanz im Gespräch mit der Redaktion. Letztlich habe er sich aber breitschlagen lassen. Der Rücktritt sei nun eine spontane Entscheidung, rein persönlicher Natur gewesen. „Ich gehe nicht im Bösen, es gab keinen Streit“, versicherte Ulrich Glanz auf Nachfrage. Welcher Art die persönlichen Gründe sind, sagte er nicht.

Für den Vorsitzenden Hans Dröttboom ist das Aus von Glanz sprichwörtlich aus dem Nichts gekommen. Glanz habe ihn erst vor kurzem von seiner Absicht informiert. Ausgerechnet nach dem erfolgreichen Martinimarkt – wenn die Zeiten eigentlich wieder ruhiger werde. „Da habe ich ebenfalls überlegt, auch alles hinzuschmeißen“, gab Dröttboom zu. Doch diesem ersten Impuls hat er nicht nachgegeben. „Es muss ja weitergehen“, sagte er. Glanz sei nicht davon zu überzeugen gewesen, seine Entscheidung zu überdenken.

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In der nächsten Woche wolle der Vorstand des Heimatvereins nun informell zusammenkommen, um sein weiteres Vorgehen zu beraten, so der „Herrlichkeit“-Vorsitzende. Er sieht den Verein gut sortiert und aufgestellt. Davon ist auch Ulrich Glanz überzeugt. „Ich habe zur letzten Mitgliederversammlung Bernd Hoffacker für den Verein und die Vorstandsarbeit gewinnen können“, berichtete er. Und der habe sich als „ein Glücksfall“ erwiesen. Das habe dessen Arbeit rund um den Martinimarkt gezeigt. Glanz bietet an, bei Bedarf mit seiner Erfahrung auch künftig zu helfen. Aber ansonsten zieht er sich aus der Vereinsarbeit komplett zurück.

Unterdessen versichert Hans Dröttboom, dass es mit dem beliebten Wochenmarkt auf jeden Fall weitergehen solle. Carsten Kämmerer hat den Markt als Marktleiter für den Heimatverein Ossenberg über die Grenzen hinaus bekannt gemacht und immer wieder neue Beschicker mit neuen Angeboten auf den Dorfplatz gelockt. Doch auch Kämmerer hat kürzlich angekündigt, nur noch bis zum 31. Dezember in dieser Funktion zur Verfügung zu stehen.

Der Vorsitzende sieht hier aber noch Chancen: „Carsten Kämmerer hat nicht gesagt, dass er nicht weitermacht, sondern die Konstellation infrage gestellt.“ Vielleicht gehe es ihm um weniger strenge Auflagen durch den Heimatverein, mutmaßt Dröttboom. Auf jeden Fall wolle der Vorstand nochmal mit Carsten Kämmerer reden.

(nmb)