Hans-Josef Angenendt hat seinen Foto-Kalender Menzelen 2020 fertig

Heimat Niederrhein im Bild : Die schönen Seiten von Menzelen

Hans-Josef Angenendt hat seinen Foto-Kalender für 2020 fertiggestellt. Es ist sein 13. Werk. Die Bilder nehmen den Betrachter mit auf einen Spaziergang rund ums Dorf und durchs Jahr. Den Erlös spendet der 69-jährige Hobby-Fotograf der Alpener Ortsgruppe des Kinderschutzbundes.

Das Jahr ist fast wieder um. Das weiß kaum einer besser als Hans-Josef Angenendt in Menzelen. Nicht nur, dass die Sohlen seiner Wanderschuhe fast durchgelatscht sind. Er hat auch den Probeabdruck seines Kalenders „Menzelen 2020“ bereits korrigiert. Er stellt sein jüngstes Bilderwerk jetzt bei vielen Gelegenheiten vor und nimmt Bestellungen entgegen. 40 Namen und Adressen stehen schon in seiner Liste. Sein Foto-Kalender hat viele Fans, nicht nur im Dorf, auch bei Menzelenern, die es in die Ferne zog und denen der Kalender die Heimat nahe bringt.

Seine Motive findet der ehemalige Salzbergmann, der nächstes Jahr die 70 voll macht, im Wortsinne auf dem Weg. Täglich macht er sich nach dem Frühstück per Pedes auf in die Umgebung. Bei Wind und Wetter. Seine Digitalkamera immer im Anschlag. Und Bella, seine treue Begleiterin, marschiert mit. Die siebenjährige spanische Hündin, die einst auf der Straße lebte, ist wieder auf einem der 36 Fotos zu finden. Selbstverständlich. Ein Markenzeichen – wie einst Edgar Wallace in seinen Filmen einmal ins Bild kommt.

Hans-Josef Angenendt hat den Kalender 2020 fertig. Es ist sein 13. Fotokalender mit heimatlichen Motiven. Auch Hündin Bella kommt wieder vor. Foto: bp

Knapp drei Stunden läuft der Motivsammler Morgen für Morgen. Da kommt was zusammen. Knapp 3000 Kilometer hat Angenendt überschlagen. Um den Verschleiß an Schuhen zu mindern, hat er sich welche mit dicken Sohlen besorgt, die nicht so schnell abnutzen. Ein Eindruck ist hängen geblieben in diesem Jahr. „Es ist verdammt trocken“, sagt der 69-Jährige. Die Tannen seien braun, der Winnenthaler Kanal zugewachsen, die Flöth ausgetrocknet, wie das September-Blatt belegt. „Im Bett kann man jetzt gut die Trampelpfade der Nutrias erkennen.“ Die Ödnis hat er, allerdings ästhetisch, ins Bild gerückt. „Ich will die schönen Seiten von Menzelen zeigen“, lautet seine Philosophie.

Das Blättern durch den Kalender im Din-A 4-Format ähnelt einem Spaziergang durch die Schönheiten der niederrheinischen Natur und die Jahreszeiten. Das Deckblatt schmückt die Kirche St. Walburgis im Abendlicht, von unten den Turm hoch in den Himmel fotografiert. In wunderschönem Licht taucht auch die Morgensonne über den Wiesen an Haus Loh auf. Es ist Januar. Da steht eine Weide im Schneekleid, und die Schienen der stillgelegten Bahnstrecke glänzen winterlich. Angenendt ist unter dem Rost auf Jahreszahlen gestoßen, an denen sie wohl gefertigt worden sind. „Eine war von 1943“, so der Erkunder.

Im Februar ist die Flöth zugefroren. „Das wird diesen Winter wohl nicht passieren“, vermutet Angenendt. Trauriger Befund: „Zu trocken.“ Schön: die Schneeglöckchen am alten Bahnwärterhäuschen am Ex-Bahnhof der Boxteler Bahn. Am Reekwall pflügt der Bauer nicht erst im Märzen. Mit einem stahlblauen Lemken-Pflug. Der März präsentiert zwei Regenbogen, einer spannt sich über Hesemannshof, der andere über den Angelsee in Bönning-Rill – das einzige Foto, das nicht aus der Kamera des Kalender-Machers kommt. Bekannte haben’s ihm geschenkt. Am Schwarzen Graben blühen die „Miezekätzchen“.

Den April dominiert eine mächtige Pappel. Der Wanderer hat eine Schnur um den knorrigen Stamm gelegt und 1,50 Meter Umfang gemessen. Im Mai blüht die Kastanie an der alten Molkerei und wilde Blumenpracht im Vorgarten an der Gindericher Straße. Hinterm Haus steht eine wunderschöne Hütte, in der Kaminholz gestapelt ist. Wie gemalt.

Die Krippe vorm Altar in St. Walburgis hat Hans-Josef Angenendt im vorigen Advent fotografiert. Foto: Angenendt

Der Juni betört mit blühenden Rosen. „Die waren dieses Jahr prachtvoll“, so Angenendt. Im Juli ist er eine Runde auf dem Kartoffelroder gefahren, der den Rohstoff für holländische Pommes aus Menzelener Boden geholt hat. Eins der schönsten Schnappschüsse ist ihm an der Leuchtefurth geglückt. Ein riesiger Schwarm Spatzen, die sich an einem sommerlichen Tag im Juli an einer Pfütze laben, die eine Beregnungsanlage auf den Weg gespritzt hatte. Auch der stolze Gockel neben der unbeeindruckt pickenden Henne vom August bleibt im Gedächtnis.

Im November kann man an schönen Orten wie dem neuen Pfarrheim an St. Walburgis auf Bänken die letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres genießen. Im Dezember geht’s in die Kirche. Da ist unter wunderschön bunten Fenstern vorm Altar die Krippe aufgebaut.