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Rheinberg: Gut und sicher schwimmen

Rheinberg : Gut und sicher schwimmen

Carola Meyer und ihre Kollegen sorgen im Rheinberger Underberg-Freibad für unbeschwerten Badespaß. Dazu gehört allerdings auch, dass alle Gäste die Regeln einhalten.

Die Lufttemperatur lag gestern um 11 Uhr schon bei mehr als 27 Grad. Eine Affenhitze schon am frühen Vormittag. Zahlreiche Familien, Kinder und Erwachsene nutzten das tolle Wetter und suchten Abkühlung im Underberg-Freibad, das mit angenehmen 24,4 Grad Wassertemperatur lockte. Eine Frau hat die Badenden immer im Blick: Carola Meyer.

Sicherheit für Badegäste

Was für die großen und kleinen Wasserratten purer Ferienspaß ist, bedeutet für die Meisterin für Bäderbetriebe anstrengende Arbeit. "Meine Kollegen und ich müssen den ganzen Tag hoch konzentriert sein", berichtet die 45-Jährige. Unaufmerksamkeit können sich Bademeister nicht leisten; Sicherheit und Wohlbefinden der Badegäste liegen in ihren Händen.

Dabei geht es beileibe nicht zu wie in der US-amerikanischen TV-Serie "Baywatch", wo Ertrinkende wie am Fließband aus den Fluten gerettet werden. "Natürlich müssen wir entsprechende Gefahrensituationen erkennen und eingreifen", so Carola Meyer. Das sei aber nicht der Alltag.

Oft gehe es schlicht darum, Insektenstiche zu versorgen; Kinder, die bereits mit blau verfärbten Lippen im Becken schlottern, mal zu einer Pause zu verdonnern oder allzu übermütige Badegäste zu mehr Umsicht zu ermahnen.

Dabei kämpft die Rheinbergerin seit Jahren gegen das Image des Schwimmmeisters als "Spaßbremse" am Beckenrand. Mit Erfolg: "Wir wollen, dass alle Besucher sich gleichermaßen gut und sicher fühlen", so die engagierte Bademeisterin. Da müsse man eben durchgreifen. Ihre Erfahrung: Selbst jugendliche Rüpel werden einsichtig, wenn man ihnen die Spielregeln erklärt. Der vielzitierte Satz "Bitte nicht vom Beckenrand springen" hat nach wie vor seine Berechtigung.

Wunderschöner Arbeitsplatz

Dass sie arbeitet, während andere ihre Ferien genießen, fuchst Carola Meyer nicht im Geringsten. "Das weiß man, wenn man den Beruf ergreift", findet die Rheinbergerin. Auch an das frühe Aufstehen hat sie sich gewöhnt. Denn wenn der erste Schwimmer ab 8 Uhr seine Runden dreht, hat die Fachangestellte für Bäderbetriebe schon gut zwei Arbeitsstunden hinter sich: Kontrollgang, Überprüfung der Wasserwerte, Reinigungsarbeiten —alles erledigt.

Trotz allem findet die 45-Jährige: "Ich habe doch einen wunderschönen Arbeitsplatz." Für den sie einen sicheren Job in einem großen Freizeitbad aufgegeben hat. "Ich habe mir das Underberg-Bad angeschaut und mich sofort auf eine freie Stelle hier beworben", so Carola Meyer, die ihren Urlaub übrigens Ruhe sucht. Vorzugsweise beim Tauchen auf den Malediven.

(RP)