Alpen: Gut erholt: Lemken wächst zweistellig

Alpen: Gut erholt: Lemken wächst zweistellig

Der Spezialist für moderne Landtechnik in Alpen steigert in 2017 den Umsatz um elf Prozent auf 360 Millionen Euro.

Das zuletzt vor allem im Inland stark rückläufige Geschäftsumfeld für Landtechnik hat sich durch gestiegene Erzeugerpreise im vergangenen Jahr nachhaltig erholt und der Firma Lemken ein Umsatzplus von elf Prozent beschert. Mit 360 Millionen Euro verpasste der Spezialist für professionellen Pflanzenbau die bisherige Rekordmarke von 2013 lediglich um drei Millionen Euro. 15.000 teils hoch spezialisierte Geräte wurden produziert.

Großen Anteil am Erfolg hat weiter das internationale Geschäft. Lemken ist in 50 Ländern der Erde aktiv. Der Exportanteil des globalen Familienunternehmens kletterte um drei Punkte auf 77 Prozent. Das soll noch lange nicht das Ende sein. Die Zuwachsraten bereiten den Boden für die steigende Zahl der Arbeitsplätze. Die hat im vergangenen Jahr um 65 zugelegt und die Zahl der Mitarbeiter auf weltweit 1470 - rund 1000 am Hauptsitz in Alpen - geschraubt. Ein neuer Spitzenwert.

Immer bedeutsamer wird der osteuropäische Markt, auf dem knapp ein Drittel der stahlblauen Produkte abgesetzt werden konnten. Vor allem die Ukraine habe erneut eine starke Nachfrage gezeigt, sagte gestern Geschäftsführer Anthony van der Ley. Aber auch Russland sei ein lohnender Markt. Hier reifen wie für Nordamerika Überlegungen, mittel- bis langfristig eine eigene Produktionsstätte zu errichten, so der Niederländer mit Blick in die Zukunft. Auch England habe Lemken gute Zuwächse beschert, während auf dem französischen Markt wegen niedriger Preise und schwacher Ernten Flaute herrschte. "Doch es gibt Anzeichen, dass die Franzosen wieder anziehen", so van der Ley.

Gesellschafterin Nicola Lemken bekräftigte, dass die Keimzelle Alpen der Kernproduktionsstandort des Unternehmens bleibe. Der werde auch in den nächsten Jahren weiter ausgebaut - für Produktion und Verwaltung. "Made in Germany" genieße weltweit weiter einen ausgezeichneten Ruf, ergänzte der Geschäftsführer. Dem wolle der Bodenbearbeiter mit dem eigenen Anspruch höchster Landtechnik-Qualität gerecht werden.

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Stark bleiben will der Hersteller Lemken auch durch Service-Nähe zum Kunden. Das mache einen wesentlichen Teil des Erfolges aus. Gut ausgebildete Mitarbeiter ein weiterer "bedeutsamer Baustein". Mit einem Ausbildungsanteil von fünf Prozent der Belegschaft möchte Lemken den Fachkräftenachwuchs aus eigener Kraft sichern.

Nachdem das Unternehmen der Farbe Blau in den Jahren 2014 bis 2016 rund 60 Millionen Euro investiert hat - flossen in 2017 vergleichsweise bescheidene sieben Millionen vornehmlich in neue Maschinen. Fürs laufende Jahr liegt der Schwerpunkt auf der "Optimierung von Betriebsabläufen", um die Effizienz zu steigern. "Lemken ist in den letzten Jahren stark gewachsen, da kann die Organisation nicht immer Schritt halten", sagte die Gesellschafterin. Zum Vergleich: 1990 lag der Umsatz bei 42 Millionen, zehn Jahre später noch bei 67 Millionen Euro.

Für das Jahr 2018, so Anthony van der Ley, seien die Auftragsbücher schon erfreulich voll: "Das lässt ein weiteres Wachstumsjahr erwarten." In Osteuropa, vor allem in Russland, könne man "von einem riesigen Bedarf an moderner Landtechnik" ausgehen. Auch für den Binnenmarkt rechnet man in Alpen mit Zuwächsen.

(bp)
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