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Gospel-Chor Confidence sang in Hula-Hoop-Reifen für Altenheimbewohner

Chor-Auftritt mit Corona-Abstand : Sicheres Singen im Hula-Hoop-Reifen

Gospelchor Confidence aus Menzelen-Ost brachte im Park des Alpener Marientstifts den Bewohnern ein Ständchen. Dabei betrat er musikalisch fremdes Terrain und sang Volkslieder. Das kam sehr gut an.

Eigentlich wollte der Gospelchor Confidence aus Menzelen-Ost den Bewohnern des Marienstiftes bereist zum Muttertag einen ganz speziellen musikalischen Gruß überbringen. Aber die unklare Lage um die erstmals nach dem Shutdown wieder möglichen Besuche im Altenpflegeheim machte diesen Plan zunichte. Aufgeschoben ist aber bekanntlich nicht aufgehoben. So holte der Chor sein Versprechen jetzt nach.

Die Verschiebung hatte sogar noch einen Vorteil. Denn dadurch konnte erstmals die neue Sound-Anlage, deren Anschaffung eine großzügige Spende der Volksbank Niederrhein ermöglicht hat, in Betrieb genommen werden. Vorstand Guido Lohmann zeigte sich bereits zu Beginn des Freiluftkonzerts von der neuen Klangqualität absolut überzeugt.

Einzig das Wetter hätte etwas besser sein können. „Herzlich willkommen zu unserem improvisierten Regenkonzert. Wir freuen uns trotzdem, endlich wieder auftreten zu können“, begrüßte Chorsprecher Thomas Sundermann rund 50 Zuhörer, die das Konzert durch die geöffneten Türen im Speisesaal verfolgten. Um den nötigen Sicherheitsabstand auch im Überschwang des inbrünstigen Gesangs nicht zu verlassen, standen die Sänger in weiträumig auf der Terrasse verteilten Hula-Hoop-Reifen.

Passend zum Mai-Regen, der bekanntlich schön machen soll, verließ der Chor sein übliches Repertoire-Terrain mit dem Volkslied „Der Mai ist gekommen“. Das kam so gut an, dass aus dem Publikum der Ruf laut wurde: „Sie dürfen gerne nächste Woche wiederkommen.“

Um Missverständnissen vorzubeugen, erklärte Sundermann: „Wir sind ein Gospelchor mit christlichem Hintergrund, und das ist uns ganz wichtig.“ Zufriedene Gesichter und herzlicher Applaus machten deutlich, dass die folgenden Gospel-Klassiker „Awesome God“, „Lord hold me“ oder „Praise the Lord“ beim dankbaren Publikum mindestens ebenso gut ankamen. Kurz vor Schluss wurde es noch einmal volkstümlich. Mit dem Titel „Das Wandern ist des Müllers Lust“ beschritt der Chor wiederum neue Wege und fand wie das mitsingende Publikum Gefallen daran. „Wir werden das Lied auf jeden Fall in unser Repertoire aufnehmen“, sagte Thomas Sundermann mit einem Augenzwinkern.

Mit dem flotten Judy-Bailey-Hit „Build a bridge“ endete ein für beide Seiten denkwürdiges Konzert. „Toll, dass wir bei diesem schnöden Wetter an einem Sonntagnachmittag so ein tolles Publikum für uns gewinnen konnten“, freute sich Sundermann und fügte an: „Wir kommen wieder, wenn die Bedingungen besser sind. Versprochen.“

Sichtlich angetan war auch Ilona Dierk: „Danke, dass Sie uns den Nachmittag so toll versüßt haben. Solche Highlights genießen wir zurzeit sehr.“ Gelegenheiten wie diese sorgten nach Auskunft der Betreuungsassistentin neben vielen Einzelbetreuungen dafür, dass unter den zeitweilig isolierten Bewohnern kein Frust aufkommt.

„Wir haben ohnehin die Erfahrung gemacht, dass die Angehörigen ein viel größeres Besuchsbedürfnis haben als viele unserer Bewohner. Inzwischen darf jeder eine Stunde am Tag Besuch empfangen, wenn auch mit dem nötigen Abstand“, erklärte Ilona Dierk. Sie sei froh darüber, dass es dank intensiver Einhaltung der Hygieneregeln im Marienstift bislang keinen einzigen Ansteckungsfall gegeben habe. Das soll, so hofft sie, möglichst auch so bleiben.