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Gitarren-Duo Angenendt/Gruber entführt auf eine romantische Reise

Konzert in Alpen : Stehender Applaus am Ende der musikalischen Reise

Die jungen Musiker hatten in der Alpener Amalienkirche ein echtes Heimspiel.

Der Konzerttitel „Gitarras romanticas“ kommt ein wenig unaufgeregt daher. Von wegen. Auf Einladung des Musik- und Literaturkreises bot das Duo Martina Gruber und Tristan Aengenendt in der Amalienkirche in einem knapp zweistündigen Konzert Romantisches und Virtuoses auf zwei Gitarren. Für den gebürtigen Büdericher Tristan Angenendt war’s mit Freundin Martina Gruber ein echtes Heimspiel. Beide lieben kleine, aber feine Auftritte in Kirchen, die warme entspannte Atmosphäre, in der sich das Publikum ganz aufs Gitarrenspiel einlassen kann.

Auch in Alpen ist stehender Applaus am Schluss der Lohn für die virtuose Reise in die Welt des 18. und 19. Jahrhunderts. Das Duo verspricht Raritäten und Meisterwerke der klassischen Gitarrenliteratur in einem spannenden Potpourri mit Werken von Fernando Sor (1778 bis 1839) oder Mauro Giuliani (1781 bis 1829) mit drei Polonaisen. Ihre Finger tanzen dabei über die Saiten mit gestalterischer Spieldichte. Das Publikum bekommt noch mehr, nämlich eine Einführung ins musikalische Thema, gespickt mit unterhaltsamen, informativen Details zu den Komponisten und Werken.

Das Duo Gruber und Aengenendt debütierte vor fünf Jahren. Tristan Aengenendt arbeitet seit 2007 als Dozent, seit vorigem Jahr leitet er eine Gitarrenklasse an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater. Sie verstehen sich als Botschafter für die klassische Gitarre und ihren Saitenzauber, die in der frühen Romantik die europäische Szene eroberte. Komponisten fühlten sich damals ermutigt, bekannte Stücke für Gitarren umzuarbeiten. Ein solches Werk lieferte Ferdinando Carulli (1770 bis 1841) mit dem ersten Satz der Klaviersonate Op. 26. Carulli, so Aengenendt, feiert in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag, steht aber nicht so stark im Fokus wie aktuell Beethoven. Ein Großteil von Carullis Werken ist nicht erhalten, weil sie nicht dem Zeitgeist entsprachen. Immer wieder schlägt das Duo die Brücke zu Beethovens Wegbegleitern.

Im zweiten Teil erlebt das Publikum die dreisätzige Sonatina canonica (Op. 196) von Mario Castelnuova-Tedesco, ein Pianist aus Italien. Nach „Cordoba“ von Isaac Albeniz endet mit der Musik des Komponisten Manuel de Falla die musikalische Reise. „Die Bedeutung dieses großen Komponisten lässt sich daran ermessen, dass sein Gesicht die 100-Peseten-Note schmückte“, so Aengenendt.