Rheinberg: Geschichte ganz nah erleben

Rheinberg: Geschichte ganz nah erleben

Das Rheinberger Stadtarchiv in der Alten Kellnerei öffnete gestern seine Pforten – und viele Besucher begaben sich auf die Spuren der Stadtgeschichte. Archivarin Sabine Sweetsir gewährte Einblicke in ihren beruflichen Alltag.

Das Rheinberger Stadtarchiv in der Alten Kellnerei öffnete gestern seine Pforten — und viele Besucher begaben sich auf die Spuren der Stadtgeschichte. Archivarin Sabine Sweetsir gewährte Einblicke in ihren beruflichen Alltag.

Einige verbinden mit Archiven nur Staub und vergilbtes Papier, dabei verbergen sich in deren Inneren wahre Schätze, die durch Vergangenheit und Geschichte greifbar und lebendig werden. Anlässlich des "Tags der Archive" öffneten am Wochenende in ganz Nordrhein-Westfalen die Archive ihre Pforten und gaben Einblicke in ihre Bestände, unter dem Motto "dem Verborgenen auf der Spur", gab es auch im Stadtarchiv Rheinberg vieles zu entdecken.

Bereits um 10.15 Uhr warteten die ersten Sammler auf die Öffnung um 11 Uhr — erste Anlaufstelle war die umfangreiche Porzellan- und Spielzeugsammlung von Monika Hildner, reißenden Absatz fanden die Glanzbilder aus den 50-er Jahren sowie die Kindernähmaschinen aus den 30ern. Die Budbergerin sammelt seit 13 Jahren Historisches und verkauft es für gute Zwecke.

Zurück bis ins 18. Jahrhundert

Zur ersten Führung von Archivleiterin Sabine Sweetsir folgten ihr 30 Besucher in das Magazin, in dem sie Einblicke in ihre Arbeit und in die Bestände gab. "Diese reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück", so Sweetsir, "die Urkunden und Akten aus den Ursprüngen der Rheinberger Geschichte lagern im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf".

  • Niederrhein : Acht Archive öffnen ihre Pforten

Vereinzelt gibt es jedoch noch ältere Stücke, das Älteste ist von 1459, eine Urkunde, in der es um die Verpfändung von Rheinberg geht. Neben Urkunden und Akten gibt es auch Zeitungen und Fotos im Bestand, "dafür interessieren sich die meisten Archivbenutzer", erläutert Sweetsir, die über das Jahr hinweg nicht nur Familien- und Heimatforscher aus allen Ortsteilen berät, sondern auch Schulklassen informiert.

Die Besucher stellten viele Fragen, diese drehten sich auch um die Arbeit der Archivarin, die neben der Beratung auch das Erschließen der Bestände übernimmt und diese von Büro- und Heftklammern befreit und das empfindliche Papier in säurefreie Mappen und Kartons "umbettet". "Ich habe noch nicht alles in der Hand gehabt, was bei allein rund 12 000 Fotos sicher nicht verwundert, aber 90 Prozent mögen es sein", sagte Sweetsir lachend.

Dirk Vollmer sagte ab

Für einen weiteren abwechslungsreichen Programmpunkt sorgte Sybille Reintges, deren Familie bereits seit vier Generationen in Winterswick ansässig ist. Sie erzählte von "ihrem Ortsteil" und gab dabei viele Ergebnisse der Forschungen des ehemaligen Stadtarchivars Heinz Janssen wider. Der Mönchengladbacher Dirk Vollmer, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, musste seine Teilnahme witterungsbedingt absagen.

Das Stadtarchiv Rheinberg in der Alten Kellnerei hat dienstags und freitags von 8.30 bis 12 Uhr sowie am Dienstag von 13 bis 16 Uhr geöffnet, Tel. 02843 16349.

(RP)