Rheinberg: Gericht geräumt

Rheinberg: Gericht geräumt

Ein unbekannter Anrufer drohte Freitagmorgen: "Im Rheinberger Amtsgericht wird eine Bombe hochgehen". 68 Mitarbeiter wurden evakuiert, die Polizei durchsuchte das Gebäude und gab am Nachmittag Entwarnung.

Wer der Anrufer beim Amtsgericht Rheinberg war, ist noch unklar. Was der Mann gestern gegen 9.50 Uhr am Telefon sagte, klang allerdings extrem bedrohlich: "In einer Stunde wird eine im Gericht versteckte Bombe hochgehen". Kein weiterer Zusatz, keine Forderung, kein Ultimatum.

Das Amtsgericht Rheinberg ist zwar mit einer modernen Einlasskontrolle ausgerüstet: Wer das Gebäude betritt, muss zunächst eine Sicherheitsschleuse durchlaufen; dabei wird nach gefährlichen Gegenständen gesucht. Gleichwohl lassen sich Drohungen wie die von gestern Morgen nicht von vornherein als böser Scherz ohne Substanz abtun.

Die Polizei reagierte deshalb umgehend: In etlichen Polizeiwagen fuhren Beamte zum Justizgebäude an der Rheinstraße 67. Zahlreiche Beamte sperrten den Weg zum Gericht ebenso wie den kleinen Platz zur Xantener Straße hin ab. Derweil wurden die 68 Mitarbeiter aus dem Haus evakuiert — all das sorgte natürlich für viel Aufsehen bei denen, die auf dieser Hauptzufahrt in den Rheinberger Stadtkern unterwegs waren.

Was danach kam — war Warten. Warten auf 10.50 Uhr. Glücklicherweise blieb alles still. Auch in der Zeit danach. Mit einer Stunde Sicherheitsabstand zur angedrohten Explosionszeit begann die Polizei damit, das Amtsgericht mit Hilfe von insgesamt vier Sprengstoffspürhunden (zwei aus der Kreispolizeibehörde Kleve, einer aus der Kreispolizeibehörde Mönchengladbach, einer aus der Kreispolizeibehörde Wesel) zu durchsuchen. Gegen 14.15 Uhr waren alle Räume abgesucht, und dann kam die endgültige Entwarnung: Es wurde nichts Verdächtiges gefunden. Die Ermittlungen mit dem Ziel, den unbekannten Anrufer zu ermitteln, dauern allerdings an.

(RP)