Genossenschaftsgründung: Immer mehr wollen Schwarzen Adler in Rheinberg erhalten

Info-Abend zur Genossenschaftsgründung : Immer mehr wollen den Adler erhalten

Das Interesse an der Gründung einer Genossenschaft ist riesengroß. Zur Info-Veranstaltung der Initiatoren kamen am Montagabend rund 170 Frauen und Männer in das Vierbaumer Lokal. Gaststätte und Kulturbetrieb sollen weitergehen.

Es gibt noch viele offene Fragen und es ist noch sehr viel zu tun, aber eines ist beim ersten großen Informationsabend im Schwarzen Adler deutlich sicht- und spürbar geworden: Der Rückhalt für das Kulturlokal an der Baerl­er Straße und das Interesse daran, die Gaststätte und den Kulturbetrieb in Trägerschaft einer noch zu gründenden Genossenschaft weiterzuführen, sind riesengroß.

Ernst Barten, noch Eigentümer des etwa 200 Jahre alten Hauses, bedankte sich aus tiefstem Herzen für die Würdigung der Arbeit, die er, aber auch seine Frau Luise Theile und andere in fast vier Jahrzehnten in den Betrieb gesteckt haben und die – zumindest was das Live-Musik-Angebot angeht – internationales Ansehen genießt. Barten, der den Adler aus Altersgründen verkaufen möchte, schätzte, dass am Montagabend etwa 170 Frauen und Männer dort waren. Der Rückstau reichte bis in die Gaststätte.

Das Wort hatten an diesem Abend zunächst die Initiatoren. Fritz Wagener, Marco Nöchel, Werner Susmann, Utz Küppers und Ingrid Lohmann-Küppers sowie Anja und Klaus Middeldorf. Sie verfolgen die Idee, eine Genossenschaft ins Leben zu rufen, mit einigem Aufwand. „Der Adler soll weiterfliegen“, unterstrich Nöchel, der den Abend zusammen mit Wagener moderierte. „Unser Ziel ist es, den Betrieb übergangslos zum 1. Januar weiterzuführen“, sagte er. Theken- und Restaurant- sowie im Sommer Biergartenbetrieb soll es weiterhin geben, ebenso die Kulturveranstaltungen. Damit die Genossenschaft nicht alles auf einmal machen muss, würden Barten und Theile als Vorsitzende der Kulturinitiative Schwarzer Adler das Programm in der Anfangszeit noch gestalten. „Ich bin schon mal in Vorleistung getreten und habe Mitch Ryder für ein Konzert im Februar gebucht“, so Barten.

Wagener erläuterte die Eckpunkte einer Genossenschaft als „insolvenzsicherste Rechtsform“, wie er sagte. Bis kurz vor der Sitzung hatten 236 Frauen und Männer zugesagt, mit einer Einlage von je 1000 Euro oder mehr in die Genossenschaft einzusteigen. Im Laufe des Abends kamen gut 20 weitere hinzu. Das sei auch wichtig, betonte Wagener. „Je mehr mitmachen und 1000 Euro geben, desto günstiger wird die Finanzierung“, erklärte er. Er sagte, dass es ein gutes Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Niederrhein (eine Genossenschaftsbank) gegeben habe. „Herr Lohmann will uns die Finanzierung ermöglichen und würde sie stets zu unseren Gunsten anpassen, wenn neue Einlagen kommen.“

Wichtig ist jetzt, dass zügig ein Businessplan, ein Betreiberkonzept und eine Satzung (die vorher den künftigen Genossen vorgelegt werden soll) erarbeitet werden, damit der Genossenschaftsverband sein Placet erteilt. Wichtig ist auch, bald einen Pächter für das Lokal und Unterstützer aus den eigenen Reihen zu finden. Ein Besucher der Veranstaltung empfahl dringend, ein informelles Gespräch mit der zuständigen Bauordnungsbehörde, dem Gesundheitsamt und der Feuerwehr zu führen, damit Klarheit darüber besteht, ob eine neue Konzession erteilt wird.

Unter dem Strich verließen sowohl die Initiatoren als auch die meisten Besucher die Versammlung mit einem Gefühl, das Grund zu Optimismus gibt. Die Bereitschaft, den Adler zu erhalten, ist groß.

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