Fotoausstellung in Rheinberg: Dynamik für die Ewigkeit gebannt

Fotoausstellung : Dynamik für die Ewigkeit gebannt

Die Künstlergemeinschaft Fototeam Rhein-Ruhr stellt in der Rheinberger Stadthalle 49 Fotografien aus, die Bewegung in unterschiedlichen Darstellungsweisen zeigen. Zu sehen sind die Werke bis Freitag, 7. Juni.

Bis Freitag, 7. Juni, stellt das Fototeam Rhein-Ruhr aus Moers im Foyer der Stadthalle Rheinberg Fotografien zum Thema „In Bewegung“ aus. Der Fotoclub mit seinen 42 Mitgliedern zeigt dabei eindrucksvoll unterschiedliche Darstellungsweisen der Bewegung.

„Wir haben jedes Quartal ein Thema“, schilderte Ilse Rüttgers, die seit 40 Jahren fotografiert. Welche künstlerische Kreativität in solch einem Zeitraum zu Tage gefördert wird, beweist nicht nur Rüttgers mit ihren Fotografien, in denen sie beispielsweise Vögel in bewegte Hintergründe hineinmontiert hat, auch ihre Kollegen haben außergewöhnliche Methoden genutzt, um Dynamik und Bewegung zu zeigen.

Insbesondere in der Tierwelt zeigt sich Bewegung in verschiedensten Ausführungen. Beispielsweise der Flügelschlag eines Vogels während der Jagd steckt voller Energie. Diese Energie auf einem Foto festzuhalten, bei dem die Bewegung einfriert, ohne dass diese ausdrucksvolle Kraft beim Betrachten verloren geht, haben die Künstler perfekt umgesetzt.

Der Blick auf das Werk „Auf der Jagd“ von Oliver Vollmer fasziniert. Der Moment, in dem ein Fischreiher kopfüber in das Wasser eintaucht, um zu fischen, zieht den Betrachter in seinen Bann. Die dabei explosionsartig hochschießenden Wassertropfen beim Zerschneiden der Wasseroberfläche, lassen die Momentaufnahme lebendig erscheinen. Die schnelle Jagdszene spielt sich vor dem geistigen Auge ab. Durch die Spiegelungen des gefiederten Jägers und des starken Wasserspiels wird der greifbare Moment unterstrichen.

Aber nicht nur bewegte Objekte stellen das Thema der Ausstellung dar. „Wenn sich das Objekt nicht bewegt, bewegt sich der Fotograf dahinter“, verriet die Fotografin Angelika Eichholz. Sie hat auf ihren Bildern die Bewegung veranschaulicht, indem sie die Kamera an Objekten vorbeigezogen oder diese gedreht hat. Die dadurch entstehenden Schlieren verleihen den Fotografien einen Effekt, der die Umgebung rund um die stehenden Objekte in einen Fluss bringt. Es wird in einigen Bildern das Gefühl von Geschwindigkeit erzeugt.Ein Bild mit einem blauen Blumenmeer mitten in einem Wald, in dem Lichtstrahlen eindringen, hat durch das schnelle Heranholen und Wegrücken des Motivs mit dem Objektiv zahlreiche Verwischungen und Schlieren erhalten. Ins Zentrum der Fluchtperspektive rückt ein Ast mit satten, grünen Blättern. Der Eindruck von Geschwindigkeit entsteht.

Ein Künstler nutzte sogar die Erdrotation, um Bewegung darzustellen. Mit Ausrichtung der Kamera in den Nachthimmel, hat der Künstler durch Langzeitbelichtung das Wandern der Sterne am Nachtfirmament festgehalten. Die Sterne ziehen so nach ausreichender Belichtung ihre Kreise. „Strichspuraufnahme“ nennt sich diese Technik. Und dank der Vielzahl an Sternen am Himmel ist auf auf den Bildern eine Kombination vieler leuchtender Kreise zu sehen, die sozusagen vom Sternenlicht gemalt wurden.

Ob Eisenbahnen, die einen Bahnhof durchfahren, Wassertropfen, die in einer Flasche tanzen, Tänzerinnen oder Pferde bei einem Auftrieb, die Ideen der kreativen Fotokünstler, um Bewegung darzustellen, scheinen grenzenlos.

Alle Fotografien haben ein Rahmenformat von 40 Mal 50 Zentimetern und sind zusätzlich von einem Passepartout eingerahmt.

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