Rheinberg: Fossa soll wieder im freien Gefälle fließen

Rheinberg: Fossa soll wieder im freien Gefälle fließen

Die Lineg will in absehbarer Zeit die Pumpe an der Alten Landstraße abstellen und so Strom und damit viel Geld sparen.

Seit elf Jahren pumpt die Linksniederrheinische Entwässerungsgenossenschaft (Lineg) rund um die Uhr das Wasser der Fossa Eugeniana zwischen Kreisverkehr Römerstraße und Fossastraße in Richtung Rhein. Dieser 780 Meter lange Abschnitt des Kanals musste seinerzeit präpariert werden, weil sich das Bett der Fossa durch Bergsenkungen so stark verändert hatte, dass ein Gegengefälle entstanden war - das Wasser floss nicht weiter Richtung Moersbach und Rhein, sondern zurück. Nun plant die Lineg, diese Pumpleistungen aufzugeben und die Vorflutanlage an der Alten Landstraße zu verkleinern. Die Fossa soll möglicherweise ab 2020 wieder im freien Gefälle fließen. "Dadurch werden pro Jahr mehrere hunderttausend Euro Betriebskosten eingespart", sagt Dr. Wolfgang Kühn von der Lineg.

Die Maßnahme ist Bestandteil des Lineg-Bauplans. In diesem Perspektivkonzept werden große, energieintensive Anlagen auf den Prüfstand gestellt. Insgesamt 37 Anlagen im Verbandsgebiet. Die Lineg geht davon aus, dass 31 davon zurückgebaut werden können. Dazu muss ein entsprechender Vertrag von Lineg, Land und Ruhrkohle AG unterzeichnet werden. Ein Entwurfspapier liege bereits vor, sagte Lineg-Pressesprecherin Elke Wimmer. Ein wasserrechtlicher Antrag soll 2018 gestellt werden, die Umsetzung ist dann für 2020 vorgesehen.

Das Ziel sei es, die Pumpkosten zu halbieren - bei gleichzeitigem Ausschluss von Überflutungen. Elke Wimmer: "Im Lineg-Gebiet wird jeder einzelne Wassertropfen viermal gepumpt, perspektivisch soll sich dieser Wert auf 1,3 verringern."

Wolfgang Kühn verwies darauf, dass die Bergsenkungen fünf Jahre, nachdem das Bergwerk West in Kamp-Lintfort seinen Betrieb eingestellt hat, zu einem Ende gekommen seien. "Wir sind ursprünglich aufgrund des geltenden Rahmenbetriebsplans davon ausgegangen, dass es im Bereich der Fossa zu Senkungen von bis zu fünf Metern kommt. Dadurch dass das Bergwerk früher als geplant geschlossen wurde, kam es anders." Das bedeutet, dass die Pumpen bald ihren Dienst einstellen können. Damit das Fossa-Wasser wieder im freien Gefälle fließen kann, muss allerdings die Sohle des Gewässers teils erhöht, teils vertieft werden. Diese Arbeiten will die Lineg in zwei Jahren angehen.

Kühn: "Es geht auch darum, die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen." Sie besagt, dass Kleinlebewesen wie Fische oder Krebse die Möglichkeit haben müssen, sich in fließenden Gewässern fortzubewegen. Im vorigen Jahr hatte die Lineg bereits die Schleuse am Übergang zum Altrhein (Kaskade hinter dem Pflegezentrum am Wiesenhof) entsprechend mit Staustufen ausgebaut.

Die Pumpanlage an der Alten Rheinstraße wird nicht komplett zurückgebaut, wie Wolfgang Kühn betont: "Die Kapazität wird zwar verringert, aber die Vorflutanlage wird noch für andere Zwecke gebraucht."

(up)