Skurriler Fund am Flughafen Köln/Bonn US-Amerikaner schmuggelt hunderte Spinnen und Skorpione im Koffer

Rheinberg · Im Koffer eines Mannes aus Arizona haben Zollbeamte am Kölner Flughafen 640 illegal eingeführte Spinnen und Skorpione in Plastiktüten und Boxen entdeckt. Die Tiere wurden zur Untersuchung und Bestimmung in den Rheinberger Terrazoo gebracht.

 Die Spinnen und Skorpione waren in Tüten verpackt.

Die Spinnen und Skorpione waren in Tüten verpackt.

Foto: Zoll

Knapp 640 Vogelspinnen, Skorpione, Hundertfüßer und Käfer hat der Zoll im Koffer eines Reisenden am Kölner Flughafen entdeckt. Die Tiere sind in den Rheinberger Terrazoo am Melkweg gebracht worden. „Wir haben sie einzeln untergebracht, bestimmt und untersucht, in welchem Zustand sie sind“, sagte Higinio Andrés Ocampo Castillo, Leiter des Reptilienzoos. Einige der Tiere seien giftig. Ob sie in Rheinberg bleiben, steht noch nicht fest: „Das entscheiden der Zoll und das Veterinäramt“, so Castillo. „Deshalb bleiben sie vorerst in Quarantäne.“ 80 Prozent der Fundtiere seien ausgewachsen. Die meisten Spinnen seien etwa acht Zentimeter groß, die Skorpione fünf bis sieben, mit Schwanz bis zu 15 Zentimeter.

Der Zoll teilte mit, dass die Kofferkontrolle speziell gewesen sei, denn sie habe ohne den Eigentümer stattgefunden. Der Koffer war einem 46-jährigen Amerikaner, der aus Arizona über London nach Köln gereist war, nachgeschickt worden und habe am Ende auf dem Kontrolltisch gelegen, so Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts Köln.

Laut der Zoll-Inhaltserklärung des Besitzers sollte dieser ausschließlich private Kleidung beinhalten. Tatsächlich habe sich darin neben ein paar Kleidungsstücken aber nur eine große zugeklebte Styroporbox befunden. „Gerade meine Kolleginnen und Kollegen am Flughafen sind bei Kofferkontrollen ja so einiges gewöhnt. Aber was sie hier fanden, konnten sie kaum glauben. Fast 190 Vogelspinnen, Wolfsspinnen und Springspinnen, mehr als 430 Skorpione sowie rund 20 Hundertfüßer und Käfer waren in Plastiktütchen oder Kunststoffbehältern in diese Box gequetscht. Den tierschutzwidrigen Transport haben einige Spinnen und Skorpione leider nicht überlebt“, so Ahland.

Ein Gutachten und Recherchen ergaben einen Gesamtwert von rund 18.000 Euro. Bei der Einreise oder der Rückkehr aus einem Nicht-EU-Mitgliedstaat müssen Tiere jeglicher Art beim Zoll angemeldet und für sie Einfuhrabgaben bezahlt werden. Diese betragen 19 Prozent vom Wert der Tiere. Daher sei es am Flughafen schon vorgekommen, dass kleine Hunde in Taschen versteckt wurden, um die Abgaben zu umgehen. „Von einem Koffer voller Krabbeltiere habe ich in meinem Zöllnerleben aber noch nie gehört“, so der Sprecher.

Der Amerikaner hatte angegeben, die Tiere in der Wüste von Arizona gefangen zu haben, um sie auf einer Fachmesse in NRW zu verkaufen. Statt mit dem erhofften Gewinn sei er mit knapp 6800 Euro weniger zurück in die USA geflogen. Er musste rund 3400 Euro Einfuhrabgaben und die gleiche Summe als Sicherheitsleistung fürs Steuerstrafverfahren bezahlen, so Ahland.