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Europaschule Rheinberg hat sich einen Tag lang auf ihr Leitbild besonnen

Schulen in Rheinberg : Der Ruf nach Frieden am Europa-Tag

Die Schülerinnen und Schüler der Europaschule in Rheinberg haben sich einen Tag lang auf die demokratischen Werte besonnen und sie auf kreative Weise anschaulich gemacht. Dabei stand auch der Krieg in der Ukraine im Blickfeld.

Einmal im Jahr steht an der Rheinberger Europaschule der Unterricht mal nicht im Mittelpunkt. Am Europa-Tag behandeln die Schülerinnen und Schüler stattdessen in zahlreichen Workshops Themen, die weit über den Schulhof hinausgehen. Das war auch diesmal wieder so.

Wie wichtig der Schule diese Themen sind und dass sie ihren Namen ernst nimmt, zeige sich schon allein daran, dass sie mit Thomas Ververt über einen ausgewiesenen „Europa-Koordinator“ verfüge. „Der Europa-Tag ist für uns ein ganz besonderes Fest. Schließlich sind wir bekannt für einen offenen Austausch, Solidarität und Toleranz“, sagt Ververt.

Dass in diesen Wochen mitten in Europa ein Krieg tobt, habe unterschiedliche Auswirkungen. „Unter den Schülern herrscht sehr viel Betroffenheit, aber auch viel Engagement. Das zeigt sich schon an den Inhalten der Workshops“, berichtet Ververt. Sein Kollege Christian Drummen erinnert daran, dass Anfang März rund 1800 Schüler und Schülerinnen des Amplonius-Gymnasiums und der Europaschule auf die Straße gegangen sind: „Die Initiative zu diesem Friedensmarsch kam aus der Schülerschaft.“

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Zum diesjährigen Europa-Tag haben Schüler etwa Taschen mit Friedenssymbolen bemalt oder 30 Menschenrechte künstlerisch auf die Leinwand gebracht. Kreativität bewiesen auch die Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis sieben. Unter der Anleitung der Musiklehrerinnen Barbara Koczy und Siegrid Sendler haben sie die Friedenshymne „Give Peace a Chance“ von John Lennon in einen mitreißenden Rap verwandelt und dazu eine passende Tanzeinlage performt.

Aber die Europaschüler beschränken sich nicht nur auf den Ruf nach Frieden, sondern sie haben sich auch mit möglichen Folgen des Krieges befasst. „In einem Workshop entwickeln sie beispielsweise in einem Planspiel eine Simulation über den Umgang mit Flüchtlingen“, erzählt Thomas Ververt.

Einen höchst bemerkenswerten Aspekt dieses Miteinanders durfte Pädagoge Ververt jüngst miterleben: „Wir haben rund ein Dutzend russisch-stämmige Schüler. Als jetzt die ersten Schüler aus der Ukraine zu uns gekommen sind, sind sie von den russisch-stämmigen Mitschülern ganz herzlich unterstützt worden. Da ist ein unglaublicher Zusammenhalt festzustellen“, so Geschichtslehrer Ververt. Er musste bislang immer weit zurückblättern, wenn er über Krieg in Europa gesprochen hat. Das ist nun anders. „Insofern hilft dieser Krieg natürlich auch, manches besser zu verstehen. Es gibt aktuelle Bezüge, so kann man viel besser Partei ergreifen für Demokratie“, erklärt er. Frieden, Toleranz und Demokratie seien die großen europäischen Werte, die auch an dieser Schule gelebt würden, sagt Ververt: „Europa ist eben viel mehr als eine Ansammlung von Staaten, die nebeneinander liegen.“ Vielfalt sei besser als Einfalt. „Ich denke, unsere Schüler leben diesen europäischen Gedanken und sind stolz darauf.“

(erko)