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Rheinberg: Europa wird in die Schule geschmuggelt

Rheinberg : Europa wird in die Schule geschmuggelt

Die Rheinberger Gemeinschaftsschule richtet am 7. Mai zum Europatag einen Workshop- und Lesetag mit Autoren aus.

Dass sich die Gemeinschaftsschule (Europaschule) an der Europawoche der Landesregierung beteiligt, ist nicht neu. "Das machen wir schon zum vierten Mal seit Gründung der Schule", sagt Abteilungsleiter Martin Reichert. Neu ist, dass die Europaschule diesmal ein in das Projekt integriertes Thema bearbeitet. Es lautet "Europa in die Schule schmuggeln" und ist jetzt von der Landesregierung bewilligt werden, was eine finanzielle Unterstützung mit sich bringt. "Als Beleg haben wir eine Urkunde von Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, bekommen", sagt Direktor Norbert Giesen.

"Die Europaschule ist abgesehen von der Gesamtschule Kleve die einzige Schule in der Euregio Rhein-Waal mit einem bilingualen Zweig", betont Pädagoge Thomas Ververs, der eben diesen Zweig koordiniert. Im Fach Gesellschaftslehre (Geschichte, Politik, Erdkunde) wird zweisprachig - deutsch und niederländisch - unterrichtet. Genau das dürfte der Grund dafür gewesen sein, warum sich das Krimi-Autoren-Duo Thomas Hoeps aus Krefeld und Jacques Toes aus Arnheim im Dezember bei Direktor Norbert Giesen meldete. Das deutsch-niederländische Duo schreibt nicht nur gemeinsam Kriminalromane (bisher drei), es geht auch gezielt in Schulen und bietet unter dem Motto "Europa in die Schule schmuggeln" Workshops und Lesetage an. So bringen sie Jugendlichen Europa auf andere Weise näher. Die beiden Schriftsteller werden am 7. Mai mit 25 Jungen und Mädchen aus der Jahrgangsstufe acht vormittags einen Workshop durchführen. Später werden sie zunächst aus einem eigenen Werk (einem Kurzkrimi) vorlesen, bevor die Schüler ihre eigenen Arbeitsergebnisse in einer Lesung vorstellen. Das wird ab 14 Uhr bei freiem Eintritt in der Mensa der Fall sein. Ob der Schülerkrimi fertig wird, kann man jetzt noch nicht sagen. "Die Zeit ist natürlich knapp", so Thomas Ververs, "aber wir haben ja auch noch die Möglichkeit, nachher daran zu arbeiten."

Die Story spielt in der nahen Zukunft. Die technische Welt unterscheidet sich kaum von der heutigen. In Deutschland (oder in den Niederlanden, das entscheidet sich im Workshop) ist überraschenderweise etwas bisher Legales verboten worden, das für den Jugendlichen, seine Familie oder seine Freunde so wichtig ist, dass er es aus dem jeweils anderen Land einschmuggeln will. Aus dieser Vorlage müssen die Schüler eine Geschichte kreieren.

Weil nur 25 Schüler in der Schreibwerkstatt mitarbeiten können, gibt es auch andere Themen für die Europawoche. Sie lauten "Migration und Flüchtlinge" und "Handelspolitik und Handelsbeziehungen zu Entwicklungs- und Schwellenländern". Martin Reichert: "Die Ergebnisse dazu werden unter anderem im Pädagogischen Zentrum und in der Turnhalle sowie in den Klassenräumen präsentiert und können im Rahmen einer Art Museumsrundgang angeschaut werden." Ausdrücklich sind nicht nur Schüler und Eltern zu dieser Europa-Präsentation eingeladen, sondern alle, die Interesse an diesem Thema haben.

(RP)