Ernährungsführerschein steht auf dem Stundenplan in Alpens Grundschule

Gemeinschaftsgrundschule in Alpen : Ernährungsführerschein bestanden

An der Alpener Gemeinschaftsgrundschule zum Wald gehört der Unterricht über Lebensmittel für Drittklässler fest ins pädagogische Programm.

Entspannung ist spürbar. Schließlich haben die Drittklässler der Gemeinschaftsgrundschule Zum Wald am Morgen ihre theoretische Prüfung für den Ernährungsführerschein hinter sich gebracht. Mit Erfolg. Niemand ist durchgefallen. Klar. Bevor es den Führerschein mit Passbild und Schulstempel gibt, steht aber noch die Praxis auf dem Programm. Die Freude am Umgang mit Lebensmitteln, die Zubereitung und der gemeinsame Genuss geben den Kindern absolute Sicherheit. Die Schulküche ist zugleich Esszimmer, wo in Gemeinschaft an den eingedeckten Tischen das gegessen wird, was zubereitet worden ist.

Die Atmosphäre stimmt. Eine kleine Einheit Tischmanieren gehört dazu. „Wir setzen ganz unterschiedliche Ziele. Das fängt mit der Einrichtung des Arbeitsplatzes an, geht über Sauberkeit bis zu Benimmregeln“, sagt Dorothee Baumgärtner-Weyhofen. Mit Gudrun Marcath-Winschuh und Annette Trappe leitet sie die sechswöchige Einheit „Gesundes Essen“, die mit dem Ernährungsführerschein gekrönt wird.

„Die Kinder werden so selbstständiger und lernen, wie sie sich auch zu Hause ein Brot machen können. Unser Projekt ist daher wichtig und grundlegend“, sagt Baumgärtner-Winschuh über den Erwerb von Alltagskompetenzen. Dass Hauswirtschaft als Schulfach wieder Zukunft haben muss, ist in der Schulküche deutlich spürbar. Die Kinder lernen, alltägliche Herausforderungen praktisch anzugehen. Neben strukturierten Abläufen ist Vorbereitung wichtig. Nach dem Lesen der Rezepte organisieren die Kinder verschiedene Arbeitsschritte, bevor sie mit der Vorbereitung von Obst, Gemüse, dem Kochen von Nudeln oder dem Anrichten von Schlemmerquark beginnen.

Ganz nebenbei gibt es Warenkunde zu Brotsorten etwa, aber auch zu Küchenutensilien. „Wir arbeiten bei Nährwerten mit der Lebensmittelpyramide, die wie eine Verkehrsampel funktioniert“, erläutert Baumgärtner-Weyhofen. Die Farbe Grün ist okay, Rot eher kritisch. Die Einheiten sind klar strukturiert, so dass sich schnell Routine entwickelt und vor allem Spaß einstellt. Wiederholungen festigen neues Wissen, Neugierde bestimmt den Unterricht, „weil wir so viel ausprobieren“, sagt Lara (8).

Knabbergemüse mit Quark findet Tom (8) richtig lecker, wie auch den Nudelsalat. „Den habe ich auch zu Hause schon gemacht“, erzählt Tom. Die Zubereitung von Speisen macht ihm Spaß. „Ich kann meiner Mutter schon helfen“, sagt der Drittklässler. Lara findet das gemeinsame Essen gut „und dass wir in Gruppen aufgeteilt werden“.

Das Projekt Ernährungsführerschein ist zeitlich begrenzt. „Aber wir wollen weiter zusammen kochen“, sagt Tom. Nicht nur, weil es gemeinsam so gut schmeckt. „Wir lernen ganz viel“, so Robin, der die die sogenannte Chefkochprobe erläutert. Zum Abschmecken nimmt man mit dem großen Löffel aus der Schüssel und gibt die Probe auf den kleinen Löffel. Robin sagt, warum: „Weil das sauberer ist.“