Rheinberg: Erdbeer-Pflücker lieben das natürliche Erlebnis

Rheinberg: Erdbeer-Pflücker lieben das natürliche Erlebnis

Henning Barten stellt auf seinen Erdbeer-Feldern an der Raiffeisenstraße 2,5 Hektar für Selbstpflücker bereit.

Von der Hand in den Mund. Erdbeeren ernten und zwischendurch ein leckeres Früchtchen kosten - das ist ein ganz besonderes Erlebnis, das auf den Erdbeer-Feldern von Henning Barten (42) normal ist. Auf 2,5 Hektar hält er immer Parzellen für Selbstpflücker frei. Das Angebot nutzen viele Erdbeer-Fans aus der ganzen Region. Dass es bei den Selbstpflückern eine leichte "Landflucht" gib, bestätigt Henning Barten. "Es kommen viele Kunden aus Duisburg", so der 42-Jährige.

Aber auch Rheinberger ernten fleißig ab. So auch Familie Ehlers. Die ist regelmäßig auf den Budberger Feldern. Da pfeift ihnen der Wind um die Ohren oder die Sonne brennt im Nacken. "Die Verbundenheit mit der Natur ist das Tolle an der Erdbeer-Pflückerei", sagt Marcus Ehlers begeistert. Der Küchenmeister schätzt frische, unbehandelte, regionale Produkte. Im Prinzip sei's ein "Zurück-zu-den-Wurzeln". Das wolle er seiner vierjährigen Tochter Luisa zeigen. "Kinder sollten erfahren, woher Erdbeeren kommen. Sie wachsen eben nicht im Laden in den blauen Schalen. In unserer schnelllebigen Gesellschaft, wo oft auf Convenience-Kost gesetzt wird, ist solch' eine Erfahrung wichtig", unterstreicht er.

Auch die familiäre Gemeinschaft sei ein tolles Erlebnis. Marcus und Christiane Ehlers sowie Luisa ernten auch deshalb gern als Trio. Dass der Vierjährigen die süße Lektion in Naturkunde schmeckte, war unschwer an ihrem roten Mund zu erkennen. Sie machte den Qualitäts-check vor Ort. Mit dem Ergebnis war Luisa zufrieden. "Die schmecken", meinte sie schmunzelnd.

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Eine Reihe weiter arbeitete sich ihre ein Jahr ältere Namensvetterin mit ihrer Mutter Nadine Clemenz durch die niedrigen Sträucher. "Mir macht das Spaß", sagte sie mit glänzenden Augen. Auch ihre Mama war froh: "Das ist Bio aus unserer Region." Anke Spieß aus Baerl hatte fast einen Karton voll. "Bei der anstrengenden Arbeit wird mir immer bewusst, wie schwer es ist, Erdbeeren zu ernten, von Hand ohne Maschinen", stellte sie fest.

Dafür, dass auf den Feldern alles rund läuft, sorgt Robert Meyer: "Ich mache das schon fast zehn Jahren und freue mich immer auf die Saison. Die Leute sind super freundlich und kommen teilweise seit Jahren." Er achte darauf, dass auch ordentlich abgeerntet wird. Bleiben Früchtchen zurück, werden sie faul und stecken die anderen an. "Dann können am Strauch bis zu 30 Erdbeeren verderben", erklärte er. Bei der Ernte spiele die Natur die wichtigste Rolle, so Henning Barten: "Wenn es länger heiß ist wie zuletzt, sitzt uns die Sonne im Nacken." Dann müsse schnell abgepflückt werden, ehe die Früchte verderben.

Auf den Budberger Feldern reifen unter anderem die Sorten Malawina, Sonata und Clery. Acht Tage kann noch gepflückt werden, dann ist die Saison, die im Mai beginnt, rum. Selbstpflücken lohnt sich. Wer 15 Kilo erntet, bekommt das Kilo für 4,50 Euro. Wer am Stand kauft, zahlt hingegen 3,50 Euro für ein Pfund. Die Erdbeerfelder an der Raiffeisenstraße sind von 8.30 bis 19 Uhr für Selbstpflücker geöffnet.

(RP)
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