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Rheinberg: Endlich: Hallenbad ist wieder geöffnet

Rheinberg : Endlich: Hallenbad ist wieder geöffnet

Die Modernisierung des Solvay-Hallenbads zog sich neun Monate und damit weitaus länger als geplant hin. Für die Eröffnung am Samstag waren viele Aktionen für Groß und Klein zur Eröffnung geplant.

Auf diesen Tag haben viele Rheinberger Wasserratten monatelang warten müssen: Am Samstag öffnete das frisch sanierte Solvay-Hallenbad mit einem großen Aktionstag seine Pforten. Freier Eintritt (auch gestern), spezielle Spielangebote und Kurse für Kinder und Erwachsene sowie schmackhafte Snacks im Foyer lockten hunderte Badegäste an den Friedrich-Stender-Weg.

Die bange Frage der Angestellten galt aber den vielen Stammgästen. Werden sie wiederkommen oder haben sie sich in der Zwischenzeit mit einem anderen Schwimmbad angefreundet? Die Sorge erwies sich schon morgens um acht Uhr zum Auftakt des Früh- und Sportschwimmens als unbegründet. "Sie waren alle wieder da. Unsere Stammschwimmer haben uns nicht im Stich gelassen", erklärt Schwimmmeisterin Mareike Szeroczinski.

 Der Sprung ins Glück: Wie viele andere Badegäste freute sich auch dieser Junge, endlich wieder im Rheinberger Solvay-Hallenbad toben zu können. Am Wochenende war dort richtig viel los.
Der Sprung ins Glück: Wie viele andere Badegäste freute sich auch dieser Junge, endlich wieder im Rheinberger Solvay-Hallenbad toben zu können. Am Wochenende war dort richtig viel los. Foto: Christof Reichwein

Zu den Dauergästen im Hallenbad zählt auch Marianne van Leuck. Die Rheinbergerin wohnt einen Steinwurf entfernt und konnte die Wiedereröffnung kaum abwarten: "Wir sind eine Clique von 14 Leuten, gehen jeden Morgen von sieben bis acht Uhr hier schwimmen. Das habe ich vermisst, meine Kondition hatte schon nachgelassen." Zum Aktionstag hat sie Enkel Max mitgebracht. Der Sechsjährige ist ausgepowert, aber begeistert: "Ich bin gerade vier Bahnen geschwommen, das macht richtig Spaß."

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Im rappelvollen Nichtschwimmerbecken nebenan tasten sich derweil Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren in einem "Schnupper-Schwimmkurs" an das feuchte Element heran. Diese Kurse gewinnen zunehmend an Bedeutung, da immer weniger Kinder im Schulsport oder der Freizeit schwimmen lernen. "Unsere Wartelisten werden immer länger", bestätigt Schwimmlehrerin Karin van Bonn. Zehn Stunden dauert es, bis zum Seepferdchen, der erste Schritt dorthin ist ungewöhnlich: "Viele Kinder haben Angst vor Wasser. Das ist eine traurige Entwicklung. Wir beginnen deshalb mit einem Waschtag. Die Kinder lassen Wasser über ihren gesamten Körper fließen und verlieren so ihre Hemmungen", sagt Mareike Szeroczinski. Die Eineinhalbjährige Mia kann darüber nur lachen. Mit Mama Carina Ulbel hat sie erstmal ausgiebig geplantscht, schwimmen lernen soll sie mit drei Jahren. Carina Ulbel, die mit ihrer Familie erst vor einem Jahr nach Rheinberg gezogen ist, findet das Schwimmbad einfach nur klasse: "Das einzige was fehlt, ist eine Kinderrutsche."

Zwischendurch bietet Badebetriebsleiter Karl-Heinz Poll den Besuchern bei Führungen die Gelegenheit, in die Technikräume zu blicken. "Die Wasserleitungen stammten noch aus dem Jahr 1974, die Verunreinigung durch Legionellen war immer wieder ein Thema. Wir haben deshalb alle Leitungen ausgetauscht und in diesem Zuge auch die Duschen und Toiletten modernisiert", erläutert Poll den Besuchern. Eine neue Mess- und Regeltechnik sowie die vollautomatische Chlordosierungsanlage sorgen nicht nur für eine gleichbleibende Qualität von 500 Kubikmeter Wasser, sondern auch für einen vergleichsweise niedrigen Chlorgehalt.

Zufrieden zeigte sich Frank Meyer. Der Fachbereichsleiter Schule und Sport denkt einen Schritt weiter: "Senioren- und Kindersport sind Felder, in denen wir uns künftig noch stärker einbringen können. Auch der Gesundheitssport gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das werden wir im Auge behalten."

(erko)